 Herren
würden, desto besser gefiele ihnen das Geld.
    Bei einem geschwätzigen Wirte hat man sich leicht länger versäumt, als man
dachte. Es war schon ziemlich über Mittag, als Uli aufbrach. Die Gevatterrede
war abgetan, und zwar kurz, die plagte Uli nicht mehr auf dem Heimweg, wohl aber
der Ärger, für sein Mädchen einen solchen Paten zu haben, und das Werweisen, ob
es nicht am besten wäre, den Hagelhans gar nicht einschreiben zu lassen, sondern
einen andern zu suchen. Je mehr er darüber nachdachte, desto deutlicher kam es
ihm vor, von dem wolle er nichts, und da er keinen andern Paten wusste, so kam es
ihm als das Gescheuteste vor, sich selber einschreiben zu lassen. Es war nicht
mehr Tag, als er durch das Pfarrdorf ging, doch noch zu einer Zeit, wo man zum
Pfarrer darf, ohne Angst zu haben, ihn aus dem Bette herauszuklopfen. Bei
weltlichen Beamteten wird man freilich auch um diese Zeit selten Audienz suchen,
man setzt voraus, ob mit Grund oder ohne Grund lassen wir dahingestellt, sie
seien anderswo als daheim.
    Er klopfte also im Pfarrhause an, freundlich empfing ihn der Pfarrer und
holte alsbald ein Buch hervor, fast größer als der Pfarrer selbst. »Ich weiß
schon,« sagte derselbe, »warum Ihr kommt, am Sonntag wollt Ihr taufen lassen.
Die Frau ist doch wohl, und was habt Ihr, einen Knaben oder ein Mädchen?« »Nur
ein Mädchen.« »Nun, wenn es Eurer Frau gleicht, so habt Ihr bald viel Hilfe von
ihm, und nur Geduld, die Buben werden schon noch nachkommen. Im Anfang hat man
große Sehnsucht nach ihnen, aber zählt darauf, bald kommen sie einem lange
schnell genug. Indessen wo rechte Eltern sind, sind Kinder immer eine reiche
Gabe Gottes. Wo viele Kräfte tätig sind, recht gerichtet und im rechten Grunde
gewurzelt, da bauen sie ein Haus, sind Säulen für die Eltern. Wen soll ich als
Pate einschreiben?« »Denk mich selbst,« sagte Uli, »brauche dann niemanden
weiter zu plagen.« »Es ist mir leid,« sagte der Pfarrer, die Feder niederlegend,
»das darf ich nicht. Niemand kann sein eigener Bürge sein.« »Da weiß ich
wahrhaftig nicht, was ich machen soll,« sagte Uli. »Hört, Herr Pfarrer, wie es
mir heute gegangen ist.« Als Uli auserzählt hatte, sagte der Pfarrer: »Ich denke
doch, ich schreibe den Hagelhans ein, ein schöner Name ist es freilich nicht für
ein Kirchenbuch. Aber, Uli, die Sache ist so: Ihr habt es ihm gesagt, er hat es
