 schweizerischen, begreiflich. Einem Pachterrn, der noch
lebt, brachte einmal ein Pächter den Zins gleich am Verfallstage. Der Pachterr
fuhr ihn schrecklich an: »Meinst, ich habe das Geld so nötig wie so ein
Lumpenbub von deinem Kaliber?« Und fast hätte er den armen Teufel vom Hofe
gejagt. Der Pächter hatte gemeint, wie gut er es mache, hatte das Geld in allen
Ecken zusammengelesen, kam stolz daher im Hochgefühl freudiger Erwartungen und
wurde angefahren, dass ihm die Knie noch lange nachher wackelten. So kann man
sich täuschen in seinen Erwartungen, wenn man die Menschen nicht kennt; der kam
aber sein Lebtag nie mehr am Verfalltage mit dem Zins daher. Ein anderer Pächter
kam zu seinem Pachterren auch ohne langes Warten mit dem vollen Zins und
meinte, was er tue und wie wohl er ankäme. »Es scheint,« sagte der Pachterr,
»die Pacht sei gut, dass Ihr den Zins so schnell machen könnt. Ja, ja, die Zeiten
sind gut für die Pächter, alles gerät wohl und gilt viel, ein Birnstiel ist wie
bar Geld. Apropos, was ich habe sagen wollen: ich gönne Euch die Pacht, aber per
Jucharte muss ich zwei Taler Zins mehr haben, anders tue ich es nicht. Für mich
sind die Zeiten bös, alles ist teuer, ich muss sehen, wie ich mich durchbringe.«
Wart, du alter, verfluchter Schelm, dachte der Pächter, der auch nicht dumm war,
dir bin ich schlau genug für die Zukunft, wenn du mich jetzt nicht kriegst. Und
demütig tat er, rutschte fast auf den Knien herum und redete verblümt von einem
Erblein, welches ihn in den Stand gesetzt, die Pacht zu zahlen, kurz er brachte
es dahin, dass der Herr bei dem gleichen Pachtgelde blieb. Von da an kriegte
selber Herr den Zins nie schnell und ganz, sondern erst auf langes Mahnen hin
verstückelt und unter hundert Seufzern und Bitten, doch abzulassen, dieweil der
Zins nicht zu erschwingen sei, das Blut unter den Nägeln hervorgepresst werden
müsse, um ihn aufzubringen. Das freut dann den Herrn gar sehr, dass er sein Land
so hoch angebracht, den Pächter so hart gepresst, lässt aber nicht ab, schlägt
aber auch nicht auf, und er und der Pächter sind herzlich wohl zufrieden mit
einander. Sind doch zuweilen kuriose Leute, die Menschen!
    Uli wusste aber, dass Joggeli weder zu der einen noch zu der andern Sorte
gehörte. Er war zu misstreu, um gerne lange Geld ausstehend zu haben, hatte es zu
gerne in den Händen und trieb Kurzweil mit Zählen, als dass er es gerne lange
misste. Sollte er also verkaufen um geringen Preis, um den
