 traurig, es war, als käme
sie aus dem siebenjährigen Kriege und härte alle Schlachten mitgefochten. Mädi
wars, welche rekognoszierte und sichere Berichte darüber brachte. Mädi war also
geblieben, Vreneli zu Lieb und Ehr. Uli konnte es nicht verzeihn, dass er die
Andern zum Abzug gebracht. Mädi hatte keinen Liebhaber unter den Abgehenden,
aber das Ehrgefühl rechter Mägde, welchen alles daran gelegen ist, dass es gut
gehe da, wo sie dienen, dass es heißt: da werde recht gearbeitet und bessere
Ordnung sehe man nirgends. So viel Verstand hatten zur selben Zeit die
Dienstboten, dass die Ehre des Orts auch auf die fiel, welche zu dieser Ordnung
beitrugen. Mädi hatte Schadenfreude und sagte, es geschehe Uli recht, dass er
solchen Zeug gekriegt, der werde das Jahr über für mehr als zweihundert Taler
Zorn und Verdruss zu schlucken haben. Nur sei es nicht recht, sagte es zornig,
dass die Unschuldigen mitleiden müssen. Das werde eine Zuversicht geben, dass man
vor Zorn nicht mehr werde die Augen auftun mögen. Aber was ihns am zornigsten
mache, sei, dass man die Lumpen alle Wochen werde waschen müssen und dann die
halbe Woche ums Haus herum werde zu hängen haben, das werde doch der Glungge
wohl anstehen! Die Leute werden glauben, es sei da ein Lumpensammler eingezogen
und trockne an den Zäunen, was er nass zusammengetragen. Es hasse nichts mehr,
als so verhudelte Hemdchen zu waschen. Anrühren dürfe man sie nicht, das Wasser
ertrügen sie nicht, an der Sonne führen sie auseinander und das leiseste
Lüftchen trage die Fetzen dem Teufel zu, und wenn dann nichts mehr sei, so müsse
man alles gestohlen haben. Am besten sei es, Uli wasche selber, Vreneli solle es
ihm sagen, Mädi wolle damit hell nichts zu tun haben. Vreneli sagte nichts, aber
Mädi konnte sich nicht enthalten, Uli zu fragen: »Sag, Uli, in der hinteren
Kammer sind noch zwei große alte Tröge; soll ich diese etwa ausputzen, damit die
neuen Knechte Platz haben für ihre Sachen?« »Wenn es nötig ist, so will ich es
dir schon befehlen,« schnauzte Uli. »Einstweilen siehe nur zu dir und mache, dass
du immer Platz hast.« »Jä so« sagte Mädi, »ist das so gemeint? Das wird eine
strenge Obrigkeit geben sollen, wo man nicht mehr das Maul auftun soll und
sagen, was einem dreinkommt.« »Höre. Mädi,« sagte Vreneli, »schweig und lass der
Sache den Lauf.« »Aber darf man dann kein Wort mehr sagen hier? Soll das so
streng gehen?« »Reden kannst, so viel du willst, aber Öl
