; der Wüstest sei er doch noch nicht, dachte er.
»Und, Uli,« sagte er, die Pfeife ausklopfend, »was bist Vorhabens wegen den
Dienstboten? Solls beim Alten bleiben, oder willst ändern,« Da fuhr eine Wolke
über die Sonne, und Uli sprach: »He nun, weil du davon anfängst, so will ich dir
sagen, was ich gedacht. Ein Bauer und ein Pächter sind zweierlei, selb weißt.
Anständig wäret ihr mir, gegen Keinen habe ich was, aber mit den Löhnen mag ich
nicht gfahren, besonders wenn das Korn nichts giltet und ein Schwab am andern
hängt vom Bodensee bis nach Zürich, wie mir der Müller gesagt hat. Wenn ich es,
weil die Zeitläufe bös sind, mit weniger Lohn machen könnte, so begehrte ich
nicht zu ändern.« »An selb denk nicht,« sagte der Knecht, »mehr arbeiten und
weniger Lohn reimt sich nicht, und zu uns selbst müssen wir auch sehen, es tuts
niemand anders. Eher solltest du noch mit dem Lohn nach; wenn man jung ist, so
muss man sehen, dass man zu etwas kommt, und für den alten Mann sorgen, selb hast
du uns oft gesagt und wie dich dein früherer Meister darüber berichtet.« Er habe
nichts dagegen, sagte Uli, aber das Gleiche gelte für ihn auch. Er müsse sehen,
wie er den Zins aufbringe, daneben Steuer und Brauch ausrichte, da helfe ihm
auch niemand, und was das heiße, stelle sich niemand vor, als wer es erfahren.
Wenn das Korn nicht mehr gelten solle als drei Taler das Malter, so wüsste er
nicht, wie das gehen solle. »Aber meinst du dann, mit wohlfeilen Knechten
gewinnest du was?« antwortete der Knecht. »Zwischen einem Schuhmacher, der des
Tages einen Schuh macht, und dem, der ein Paar macht, ist ein Unterschied, und
so auch zwischen einem Weber, welcher zehn Ellen, und dem, welcher sechs Ellen
wibt, selb weiß man. Aber bei einem Knechte will man das nicht wissen, man sieht
nur den Unterschied im Lohn und meint, der Unverschämtest fordere auch am
meisten, und doch ists ebenso wie bei den Handwerkern. Auch in der Arbeit ist
ein Unterschied, denn Weben und Weben sind zwei, und zum Beispiel Mähen und
Mähen auch. Daneben mach, was du willst, es ist deine Sache; du wirst bald genug
erfahren, wie es gehen kann, wenn du es schon vergessen hast.« »Mit Schein
rechnest du den Meister nichts,« sagte Uli gereizt. »Ein guter Meister macht mit
wohlfeilen Knechten mehr als ein schlechter Meister mit guten Knechten. Es
