 den Bauern die Preise machen, sie haben uns lange genug das
Blut unter den Nägeln hervorgepresst.«
    Wer mit Metzgern, Müllern und Schweinhändlern Umgang zu haben das Glück
gehabt, kennt diese Sprache wohl und weiß sie zu erwidern in ähnlicher Tonart.
Indessen macht sie doch Eindruck. Ein alter Pfiffikus weiß alsbald, was an der
Sache ist, bleibt kaltblütig und richtet sich danach. Jüngere, zartere Gemüter,
wie zum Beispiel Uli noch eins hatte, die empfinden den Eindruck solcher Reden
nicht bloß, sondern sie können ihn auch nicht verbergen. Je weniger sie das
können, desto größere Freude hat so ein alter Müller oder Metzger, ihnen recht
heiß, sie so ganz klein zu machen, dass er sie füglich in einen Darm stoßen und
als Bratwurst präsentieren könnte. So machte es auch der Müller Uli, dass der
ganz mürbe und klein von ihm wegging und dachte, wie er doch der Unglücklichste
sei und das doch so schrecklich sich treffen müsse, dass er eine Pacht
übernommen, jetzt wo das Korn nichts gelte, ja Schwaben es ins Land brächten und
anhielten um Gottes willen, dass man es ihnen abnehme, nur damit sie daheim Platz
kriegten für das neue.
    Dass es nicht halb so schrecklich sei, zu ernten hundert Malter statt nur
fünfzig und die hundert Malter einen Drittel wohlfeiler zu verkaufen, daran
dachte Uli nicht. Uli dachte nicht, dass das das Schrecklichste ist, wenn man
nichts geerntet, nichts hat als einen Tisch voll hungriger Leute und doppelt so
teuer als sonst das Brot ist. Er kalkulierte wie die Meisten und dachte nicht,
wie töricht, ja sündlich ein solcher Kalkul ist. Er kalkulierte, dass er am
weitesten kommen täte, wenn er recht viel Korn mache und es recht teuer
verkaufen könnte. Um die, welche es kaufen müssten, kümmerte er sich nicht, aber
dass es nun nicht gehen wollte, wie er dachte, nicht alles Wasser alleine auf
seine Mühle laufen wollte, das zürnte er schrecklich an Gott und Menschen.
    Der arme Knecht, welcher in diesem Augenblick sein Nächster war, musste es
zuerst entgelten. Es ist sonst Sitte, dass man bei solchen Gelegenheiten sich und
dem Knechte so einigermaßen gütlich tut, ein ordentlich Mittagessen macht, ohne
sich eben aufwarten zu lassen. Der Knecht erwartete auch nichts anders,
besonders da man den Spreuer fast umsonst erhalten. Da kann man denken, wie ein
lang Gesicht er machte, als Uli, gefragt, was er verlange, hastig sagte: »Eine
Flasche Wein und Suppe!« »Und Fleisch nachher?« fragte die Wirtin. »Ho,« sagte
Uli, »wenn man eine gute Suppe hat, so kann man es schon machen, es wäre Mancher
zufrieden
