 keiner Sache was sagen. Zu
solchen Ansprüchen berechtige sie doch endlich ihr Vermögen nicht; was sie
eingebracht, habe an einem kleinen Orte Platz. Er nahm da, her das Gespräch über
das Gesinde nicht wieder auf, nahm Vrenelis Freundlichkeit mit dem Misstrauen,
als ob es auf diesem Wege probieren wolle, was es auf dem andern nicht zuwege
gebracht. Da er sich auf dieser Seite schwach fühlte, so verpalisadierte er sich
mit desto düstererer Miene.
    Noch ungerner als mit Vreneli sprach Uli mit dem Gesinde selbst darüber, nur
daran zu denken war ihm zuwider. Es waren eine gewisse Schüchternheit und eine
gewisse Unbehülflichkeit bei einander, von wegen nicht bloß Meister zu sein,
sondern sich auch als Meister darzustellen auf die rechte Weise und in allen
Dingen, ist eine Kunst, zu welcher viele alte Bauern nie gelangen; wie sollte
man sie von einem jungen Pächter fordern können, der erst noch selbst Knecht
gewesen? Darüber wurden die Knechte ungeduldig. »Hat er mit dir gesprochen?«
frug einer den andern, »dich gefragt, ob du bleiben oder gehen wollest?« Der
eine der Knechte sagte: »Ich halte ihm nicht an, mein Brauch war es nie, dass ich
um den Dienst fragte; der Meister musste mich fragen, und frägt er mich bis
Sonntags nicht, so sage ich dem Kabismüller zu. Es ist ein schwerer Dienst, aber
der Lohn auch danach, und verdienen muss man, während man jung ist.« Ein anderer
sagte: »Wollte nicht pressieren, er wird das Maul schon noch auftun; mir wäre es
zuwider fort, wechsle nicht gerne.« »Wartet, am Samstag soll ich mit dem Meister
Spreu holen, da gibt vielleicht ein Wort das andere.« »Meinetalb,« sagte der
andere, »aber dass es mir viel machen würde, weiterzudingen, kann ich nicht
sagen. Er ist nicht mehr der Gleiche. Man kann nicht genug schaffen, und doch
ist er nie recht zufrieden. Es dünket mich, er habe schon vergessen, was ein
Knecht gerne oder ungerne hat, und meint, er müsse aus Äckern und Wiesen, Vieh
und Menschen das Äußerste, das letzte Tröpflein Saft herauspressen, damit er ein
reicher Mann werde. Bloß wegem Zins hätte er das nicht nötig. Wie ich habe
merken mögen, ist der so, dass er deswegen keinen Kummer zu haben braucht. Warum
nun alle bös haben sollen, um einen zu mästen, weiß ich eben auch nicht, es wäre
ein Anderes, wenn Not am Mann wäre.« »Oh,« sagte der Erste, »so viel wirst doch
nicht zu klagen gehabt haben, einmal wegen der Speise nicht, die ist, wie man
