 und zuletzt wird man auch mit
dem lieben Gott unzufrieden und hadert mit ihm alle Tage. Nein, lieb Kind, so
den Kopf machen muss man nicht. Denken, sagen, tun muss man so gut als möglich,
aber dann daran festhalten, dass, es geschehe was da wolle, es denen, die Gott
lieben, zum Besten und zur Seligkeit dienen müsse, und dies ist am Ende doch die
Hauptsache. Man muss sich nur nie lassen verbittern, nie rachsüchtig werden oder
schmollsüchtig, sondern sanftmütig bleiben und demütig, grad zu machen suchen,
was Andere krumm gemacht. Die Sache mag sein, wie sie will, wenn man nur kann
zufrieden bleiben dabei mit einander, das Hauptglück ist doch immer im Gemüte.
Es ist freilich eine schwere Sache, und manchmal kam es mir vor, ich hätte einen
halben Zentner Pulver im Leibe, es gehe an und ich müsse bolzgrad auf in die
Luft, und kein gut Wort wolle ich mein Lebtag mehr einem Menschen geben. Am Ende
wurde ich wieder zufrieden, die Sache machte sich auch nicht so schlecht, als
ich dachte; es ging nicht ums Leben, nicht um Hab und Gut, und allweg lernte ich
was, ward weiser und erkannte von Tag zu Tag besser die Hand Gottes in allem und
wie er alles zum Besten leitet. An den musst du denken, wenn es dir übers Herz
kommen, dich dünken will, es werde dir schwarz vor den Augen, und vor den Füßen
sei dir die Hölle. Bete und lasse nicht ab, zähle darauf, es wird dir wieder
heiter vor den Augen und leicht werden dir die Füße, dass es dich dünkt, du
könnest springen eines Satzes über die Hölle hinweg in den Himmel mitten hinein.
Was ich ausgestanden, weißt du nicht, und Uli ist noch lange nicht Joggeli. Es
ist allweg dumm von Uli, wenn er mit halbbatzigem Zeug fahren will, es wird ihm
schon erleiden, er ist am meisten plaget damit, aber z'töten geht es doch allweg
nicht, und ist man genug dabei gewesen, so kann man das wieder ändern. Ach Gott,
es gibt Sachen, welche man nicht mehr ändern kann, und wenn man das Leben dafür
geben wollte; da ists böse, sich hineinzuschicken, und doch muss man, was will
man anders! Mach nur kein so trübes Gesicht, tue, als sei gar nichts
vorgefallen, schmollen tut nie gut.« So sprach die Mutter, ward selbst gerührt
und fuhr oft mit der Hand über die Augen, besonders als sie davon sprach, dass es
Dinge gebe, welche man nicht ändern könne. Sie dachte an Elisi und dass sie da
auch etwas habe machen helfen,
