 Der Alte sagte nicht viel darauf, guckte überall herum, und als sie
zum Essen kamen, sagte er Vreneli: »Was sagst du dazu, wenn ich ein neues Haus
da baue, eins, das einer hoffärtigen Frau besser ansteht als diese alte Hütte?«
Vreneli meinte, das werde ihm nicht Ernst sein, wäre Sünde. »Denn das hieße das
Geld in Bach geworfen, das alte ist noch hundert Jahre gut.«
    Den Alten hatte der seltsame Baugeist ergriffen, der unwiderstehlich fassen
soll, wer sich ihm einmal ergeben hat. Das alte Haus schien ihm Reparaturen
nicht wert, zu klein, zu unkommod, zu viel Hüttchen aller Art darum herum, so
übel anzusehen, so unbequem; man müsse, sagte er, was zusammengehöre, unter ein
Dach ziehen. Er sprach, als ob morgen der Bau beginnen müsste, dass Vreneli
endlich sagte: Wenn es an seiner Stelle wäre, so wollte es sich einstweilen
damit nicht so plagen; sollten sie dableiben, so wollten sie ja zufrieden sein,
sie begehrten es nicht besser. Dann dünke ihns, man hätte ihm einstweilen stark
genug zu Ader gelassen, er sollte froh sein, frisch Atem zu fassen. »Das, Base,
wenns erlaubt ist, dies zu sagen, verstehst du nicht«, antwortete Hagelhans.
»Kommt einer mal in Zug, dem Geld den Lauf zu lassen, so ist ihm nicht wohl, bis
der letzte Kreuzer durch die Finger ist. Der Anfang ist schwer im Sparen und
Ausgeben; wenn Hagelhans was anfängt, so fährt er zu bis ans Ende, halbwegs
bleibt er nicht. Doch wegem Weg, wenn wir zum Bodenbauer wollen, so mach dich
fertig, es ist Zeit.« Er sei fertig, sagte Uli, er wolle anspannen lassen, wenn
er es befehle. »Was anspannen?« sagte Hagelhans. »Du wirst doch nicht einer von
denen sein, welche meinen, dass wenn sie drei Schritte vor das Dach hinausgehen,
es gefahren sein müsse? Das wäre mir nicht anständig.« Es sei wegen ihm, dass er
fahren wolle, die Rosse hätten eben nicht viel zu versäumen, sagte Uli.
»Meinetwegen braucht es sich nicht,« sagte Hagelhans. »Ob unsere Beine müde
werden vom Fahren oder müde vom Laufen, kommt auf eins heraus, und wenn du nicht
zu vornehm bist, so schämst dich nicht und nimmst mit mir den Weg unter die
Füße.« Dagegen war nichts zu sagen.
 
                          Siebenundzwanzigstes Kapitel
                        Die dritte Reise zum Bodenbauer
Uli musste sich anstrengen, Schritt zu halten mit dem Alten, der einherschritt
wie ein aus einem Hünengrabe erstandener Recke, dem die Leute aus dem Wege
gingen und nachsahen mit Verwundern. Uli dachte
