 Ihr wäret und dass Ihr es eigentlich, wie es scheint, für ihn wollt, hättet
Ihr das Geld sparen können.«
    »Wer sagt es, dass ich es für ihn will? Mit dem Lumpenhund will ich nichts zu
tun haben, bin kein Narr, der, wenn ein Haus brennt, Holz herbeischleppt, damit
das Feuer nicht aus, gehe. Das Gut ist mein und fragen wollte ich: willst mein
Pächter sein einstweilen, bis mir was anderes einfällt?«
    Da waren Beide wie aus dem Himmel gefallen, daran hatten sie nicht gedacht.
Hagelhans glich so wenig einem Engländer, nicht einmal einem Neuenburger.
Vreneli schossen die Tränen in die Augen, und Uli sagte endlich: dSach wäre ihm
wohl recht und hart halte es Beide, hier fortzugehen, aber er sei zu arm, um so
was mehr übernehmen zu dürfen, und Bürgen wüsste er ihm keinen zu stellen. Dem
Bodenbauer, der wie ein Vater an ihm gehandelt habe, sei er bereits mehr
schuldig, als er ihm bezahlen könne. Ihn nun noch einmal ansprechen wolle er
nicht, die Sache könnte fehlen, dann müsste er sich sein Lebtag ein Gewissen
daraus machen.
    »Wenn der Bodenbauer vermag, dir Bürge zu sein, so vermag ich vielleicht,
dir das Gut ohne Bürgen zu verpachten; bin ich doch sogar Gevattersmann und habe
meiner kleinen Gotte noch gar nichts gegeben, nicht einmal einen Einbund. Ihr
werdet mich doch oft schmählich herumgerissen haben, du und die Base,« sagte er
zu Vreneli und blitzte scharf ihm in die Augen.
    »Nicht einmal,« sagte Vreneli. »Ich hatte es von Anfang ungern, dass man so
einen fremden, unbekannten Menschen ansprach, dem es wie eine Bettelei vorkommen
musste. Aber sie wollte es haben, und als alles ging, wie es ging, hatte sie es
ungern und man sprach nicht davon.« »Und jetzt wegen der Pacht, was meinst?«
»Ach Gott,« sagte Vreneli, »was soll ich meinen? Mein Lebtag war ich hier; wie
mirs ums Herz sein muss, hier fort zu müssen, kann man denken. Aber hier zu sein
zwischen Leben und Sterben und in beständiger Angst, die Leute müssten an uns
verlieren, das ist ein ängstlich Leben, welches ich in die Länge nicht aushielte
und Uli es nicht zumuten möchte, um am Ende doch auf die Gasse zu kommen.«
    
    »So, hast ein schönes Zutrauen zu mir,« sagte der Alte. »Indessen man nimmt
es, wie es ist, bis es besser kommt. Einstweilen habe ich nicht im Sinn, euch
auf die Gasse zu bringen, und wie man es macht, so hat mans. Nach
