 der neue Bauer,« sagte Vreneli, »er war hier über Nacht. Als er
kam, schliefest schon, und heute warst fort, ehe ich es dir sagen konnte.«
    Uli glotzte noch immer, so dass Vreneli es recht ungern hatte, dass Uli so
unmanierlich tat. Der neue Bauer sah Uli auch an, und seltsam zwitzerte es ihm
um den Mund und in den Augen. Endlich frug er: »Dünkt es dich etwa, du hättest
mich schon gesehen, und weißt nicht wo?« »So ists,« sagte endlich Uli, »aber es
wird nicht sein.« »Wen meinst?« sagte der Mann. »Es wird nicht sein,« sagte Uli.
»Wir haben einen, der noch unser Vetter sein soll von der Frau her, der wohnt
weit weg; bei dem war ich einmal, es ist schon lange her. An den mahntet Ihr
mich im ersten Augenblick, aber der ist ein wüster und struber Mann und es ist
besser, man rede nicht viel von ihm.« »Wirst doch nicht den Hagelhans im
Blitzloch meinen?« frug der Bauer. »Wohl, gerade den,« sagte Uli, »meine ich,
kennt Ihr ihn?« »Allweg, den kenne ich,« sagte der Mann, »von wegen gerade der
bin ich, der Hagelhans im Blitzloch und jetzt der neue Glunggenbauer.«
    Ja, jetzt gab es Gesichter, man kann sichs denken, und lange gings, bis
Vreneli sich fasste und sagte: »Seid Gottwillche, Vetter, und zürnet nicht! Böse
gemeint wars nicht, und dass ein Mensch, absonderlich ein Mann, wenn er nicht
gebartet hat, daheim strüber und wüster aussieht, als wenn er gsunntiget ist,
selb versteht sich und ist nichts Böses. Es wäre uns grausam leid, wenn Ihr es
uns nachtrüget und entgelten liesset, was Uli in der Unachtsamkeit gesagt hat.«
    »Ihr guten Tröpfe« sagte der Mann, »Hagelhans hat schon ganz andere Dinge
gehört; wenn er, was er gehört, nachtragen und eintreiben sollte, so müsste er
den ewigen Juden ablösen; Hagelhans ist aber nicht so wüst, als er scheint, und
wenn er den Menschen schon nicht die Hände unter die Füße legt und jedem Narr
flattiert, lebt, wie es ihm gefällt, so hat er das Recht dazu, ihm ward auch
nicht flattiert; jede Katze meinte, sie könne ihm den Talpen geben, und jeder
Hund, er könne seine Schnauze an ihm abwischen. Übrigens kam ich nicht in böser
Absicht her, sondern eigentlich wegen euch. Dass ihr mich zum Gevatter nahmet,
darauf hielt ich euch nicht viel und noch viel weniger,
