 er los sei. Es sei ihm wie einem Finken, der einen Fuß in
der Schlinge hätte, und Froheres könne dem Finken nicht begegnen, als wenn er
sein Füßchen frei kriegen könnte, sagte Uli. »Allweg verrede dich nicht,« sagte
der Mann, »dann kannst du immer machen, was du willst. Sieh dir die Sache von
beiden Seiten an. Mich reute es, wenn ich hier Pächter gewesen wäre und fort
müsste lebendig. Freilich, wohl zusehen muss man, wenn man solche große Dinge
unternimmt; wie man es macht, so hat mans, und wie man bettet, so liegt man,
aber wenns zu machen wäre, ich machte es, und wenn ich Geld hätte, ich ließe den
Hof nicht aus den Händen. Solche Höfe sind rar, und wo liegt das Geld besser als
in solchem Lande, welches nicht bloß sicheren Zins gibt, sondern wo das Kapital
alle Jahre wächst? Mach es, wenn du kannst, ein andermal handeln wir doch dann
vielleicht wieder mit einander«, sagte er und ging.
    Das ging Uli stark im Leibe rum, dem gleichen Uli, der vorhin gesagt hatte,
er möge die Stunde nicht erwarten, in welcher er endlich ziehen könne. Es war,
als habe ihm einer das Herz umgedreht und andere Augen in den Kopf gemacht. So
felsenfest ist der Mensch zumeist in seinen Ansichten und Grundsätzen, Er musste
immer denken, wie schön es doch hier sei, und wenn ein Besitzer käme und der ihm
recht anhalte und gute Gedinge stelle, so sei es noch möglich dass er ihm den
Gefallen tue; doch wolle er es auf Vreneli an, kommen lassen, wenn es diesem ein
Gefallen sei, so sei noch möglich, er tue es, es hätte auch was verdient um ihn.
    Des Mannes Rede setzte sich in dem guten Uli immer fester, aber Vreneli
sagte er nichts davon, wahrscheinlich wollte er es angenehm überraschen. Er
dachte es sich immer fester in den Leib, wie da sicher ein reicher Herr kommen
werde, das Gut zu kaufen, so ein reicher Neuenburger vielleicht oder gar ein
englischer Narr, welcher Geld hätte wie Bettler Läuse und es ebenso ästimiere
wie Bettler Läuse. Apropos von englischen Narren! Es gibt deren, welche hinter
dem Narren den Schelm verbergen, hinter dem ungezogenen Jungen den Fuchs, hinter
einem liederlichen, ärgerlichen Wandel politische Kniffe und Umtriebe, und die
noble Nation verschmäht es nicht, sich durch Jungen, welche eines solchen Wesens
sich nicht schämen, dargestellt zu sehen, durch ungezogene Jungen, welche, wenn
sie ausgescholten oder aus der Schule gejagt werden, sich mit Gassenbuben die
Zeit vertreiben, so recht wie Buben.
    Aber Uli sah sich umsonst um
