. Aber
der Sohn hatte es ihm ausgelegt mit einigen Flachen. Die Auslegung hatte Joggeli
gefasst und hielt sie fest, und was Pfarrer und Andere sagten, es war alles an
eine Mauer geredet. Vreneli machte ihm einmal Vorstellungen, ob er mit einem
falschen Eide ins Grab wolle? Um sein Vermögen habe er sich gebracht, ob er nun
zu guter Letzt auch seine Seligkeit verwerfen wolle? »Das verstehst du nicht,«
antwortete Joggeli, »Weiber sollten in solche Sachen gar nicht reden. Meine Frau
selig tat es auch immer, darum kam die Sache endlich so. Johannes hat es mir
ausgelegt, dass der Eid mich gar nicht berühre, er wird das besser wissen als du.
Ungerechteres könnte es doch nichts geben, als wenn ich so mir nichts dir nichts
ein solch Geld zahlen sollte. Das wird mir doch kein rechter Mensch zumuten?
Aber du hievest es immer mit allen Andern gegen mich. Was ich dir zuleide getan,
weiß ich nicht. Wenn wir dich nicht angenommen, als dich niemand wollte, so
könntest du jetzt sehen, was aus dir geworden. Das wird wahrscheinlich der Dank
dafür sein sollen. Ich sagte es der Frau selig immer, was du für eine seist,
aber sie wollte es nie glauben. Jetzt könnte sie es wieder erfahren.«
    Was sollte Vreneli darauf sagen? Kömmt einmal ein Mensch in diese
Verstockteit, wird er so kindisch oder hat er sich so tief in einen Wahn
festgerannt, so nützen Worte nichts mehr. Die Tränen schossen Vreneli in die
Augen. »Ja, wenn die Base noch lebte, es wäre viel anders, und manches, das noch
geschehen soll, würde unterbleiben«, sagte es. »Ich kann nichts als beten, dass
jemand anders weiser sei als Ihr und den Eid Euch nicht zulasse.«
    Diesen heillosen Eid, von welchem alle Welt wusste, dass er falsch war,
während man dem alten armen Tropf alle Tage einredete, er solle ihn tun, weil er
ihn tun könne, so dass er allein es glaubte, er schwöre recht, während er doch am
besten wissen sollte, dass er falsch schwur, bejammerte Vreneli unendlich. Es
meinte, es sei da was zu machen, nicht bloß mit Beten bei Gott, sondern auch mir
Vorstellungen bei Menschen, denn was man selbst ausrichten könne, das überlasse
Gott dem eigenen Vermögen. Es lief herum, es lief zum Pfarrer, zu diesem, zu
jenem; alle waren seiner Meinung, das Ding sei ein heilloses Spiel. Der Pfarrer
meinte, am besten wäre es, wenn der Eid verschoben werden könnte, bis der Streit
über Joggelis Zurechnungsfähigkeit entschieden sei. Dieser Aufschub sei sehr
wohl möglich, sagte er, wenn
