 kann ihm angeben, was man will, er glaubt alles, und rühmt man ihn erst, so
steht er dir zweg wie ein Hund, den man streichelt. Er ist mir alle Augenblicke
vor der Türe und will Geld, aber er kann noch lange kommen und wird doch keines
sehen. Da wäre man ja dumm, sein Geld zu verwerfen, um Leute zu bezahlen, welche
man nicht zu fürchten hat. Zu denen muss man sehen, welche wissen, wo angreifen,
die hat man zu fürchten; aber die, welche man zurückschrecken kann, die kann man
unbesorgt springen lassen. Einmal gibt man ihnen gute Worte, ein andermal böse,
und laufen sie endlich zu einem Agenten, so steckt man dem was und die Sach
bleibt jahrelang am gleichen Orte; der Lümmel kann nichts daran machen und kommt
nie darüber, wo es hält. So muss man es solchen Menschen machen. Gott Lob und
Dank, es gibt noch viel Solche, sonst wäre unsereiner böse bestellt.«
    Was der Wirt da so bündig auseinandersetzte, ist wirklich auch so. Es gibt
Leute, welche mit Taschenspielergewandteit dem Bezahlen auszuweichen wissen,
immer noch Kredit finden, eine unbegreifliche Schuldenmasse aufhäufen, ihre Last
jahrelang nicht einmal zu fühlen scheinen, bis endlich das künstliche Gebäude
schauerlich zusammenbricht. Hinwiederum gibt es Leute, welche verdammt zu sein
scheinen, nie zu ihrem Gelde kommen zu können, beständig verlieren. Es sind
dieses zumeist noch Leute, welche das Geld sehr nötig hätten, welche der Verlust
tief schmerzt, wie zum Beispiel Uli. Es sind zumeist gutmütige, leichtgläubige
Leute, welche man traulich zu machen weiß, eben wie Hunde mit Streicheln, Leute,
welche entweder keinen Begriff vom Rechtsweg oder nicht Mut haben, ihn zu
verfolgen, Leute, welche von den Agenten noch gerupft werden, statt bei ihnen
Hilfe zu finden. Für die ärmere Klasse ist in diesem Punkte ein schweres Leiden.
Was soll man aber zu einer Gesetzgebung sagen, welche dieser Sorte von
Taschendieben ihr Handwerk erleichtert und wohlverstanden auch sichert, während
sie den Kredit der ärmeren, aber ehrlichen Klasse zerstört?
    Wie wenn es wirbelt in Fluss oder See, die Kreise sich immer enger und enger
ziehen, bis endlich eine unwiderstehliche Kraft die Wasser und was sie tragen
niederwirbelt auf den Grund, um sie loszulassen, die Wasser in Schaum aufgelöst,
tot oder zerbrochen, was sie trugen, so zogen sich Joggelis Prozesse, an denen
er nichts begriff, enger und enger zusammen.
    So sollte er zum Beispiel einen Eid schwören, er hätte dem Tochtermann die
Schuldverschreibung nicht unterschrieben, während er auf der andern Seite
bevormundet werden sollte wegen Geistesschwäche, anderer Händel nicht zu
gedenken. Den Eid wollte er schwören durchaus gegen den klaren Buchstaben
