 sehen.
Uli glaubte, er sei es ihrer alten Freundschaft schuldig, dem Wirt das Papier
zuerst zum Einlösen zu präsentieren, ehe er es in fremde Hände zu geben
versuche. Diese Zartheit rechnete ihm aber der Wirt nicht eben hoch an. »Mache
du mit dem Wisch, was du kannst. Wenn ihn jemand will, so gib ihn und wirf noch
die Kappe nach! Aber Geld begehre nicht von mir, und wenn du mich auf den Kopf
stelltest, nicht einen halben Gulden fändest du. Wenn es der eigene Bruder wäre,
jetzt könnte ich ihm nichts geben. Mit Betreiben habe keine Kosten, wenn ich dir
einen guten Rat geben kann. Machst du mich unglücklich, kriegst du erst nichts.
Da sind viele Hunderte vor dir, welche ihre Sache vorab wollen, wenn sie was
finden, heißt das. Wartet man mir, ist mir einmal der Schwäher gestorben und hat
unser Herrgott mir den Vater abgenommen, er muss ihm nicht lieb sein, er hätte
ihn sonst längst begehrt, so gehts dann schon. Aber einstweilen setze man ab!
Wenn ich schon wollte, beim besten Willen könnte ich nicht.« Es sei doch hart,
meinte Uli, dass er sein Geld so nötig habe und es nicht erhalten könne und
vielleicht gar für einen Andern Geld borgen müsse. »Kann dir nicht helfen,«
sagte der Wirr, »da siehe du zu,« ging und zeigte sich nicht wieder.
    Als Uli den Joggeli zahlte, kam es diesem doch selbst über das Herz, dass er
es Uli wüst mache. »Ich würde dir gerne was zurückgeben,« sagte er, »aber ich
mangle das Geld gar übel. Das andere Jahr aber, da will ich dir daran denken;
sinn daran und mahne mich.« Das künftige Jahr soll gar oft gut machen, was im
laufenden gefrevelt worden. Aber kommt es dem Frevler immer? Mit dem Papier,
sagte er, möge er nichts zu tun haben, er wollte, er hätte es sein Lebtag so
gehabt. Er solle es dem Johannes zeigen, wenn es dem recht sei, so sei es ihm
auch recht. Dem Johannes war es aber begreiflich nicht recht. Er fluchte gar
mörderlich Uli an: Ob er auch einer von denen - schelmen sei, welche den Vater
um den letzten Kreuzer betrügen wollten! Er wisse ja, der Alte wisse nicht mehr,
was er rieche oder schmecke, geschweige denn was er lese, und doch käme er ihm
mit einem Papier daher, welches keinen faulen Heller wert sei, er möchte es
nicht für eine Pfeife damit anzuzünden.
    Uli ward böse. Er habe nichts darwider, dass Joggeli durch Schelme um sein
Vermögen gebracht worden sei,
