 den Zustand lange an und sagte endlich, er wisse nicht recht, wo
das hinaus wolle, er wolle etwas geben und ein oder zwei Tage die Wirkung
abwarten. Es war der gleiche Arzt, zu welchem die Base ihr Zutrauen gehabt und
es auf Vreneli vererbt hatte. Joggeli konnte ihn aber durchaus nicht leiden, er
behauptete immer, derselbe habe seine Frau getötet, aber sie sei selbst schuld
gewesen, hätte sie einen andern gebraucht, so hätte sie noch bis zum jüngsten
Tag leben können. Sobald der Arzt fort war, kam Joggeli dahergesteckelt und
frug, was es gegeben, dass der wieder da sei? Es wäre ihm lieber gewesen, er
hätte ihn nicht mehr sehen müssen. Er erschrak sehr, als er hörte, Uli sei im
Bett und gar nicht zweg, der Doktor wisse noch nicht recht, wo die Sache hinaus
wolle, die Krankheit habe den entscheidenden Charakter noch nicht angenommen.
Das glaube er, sagte Joggeli, das wisse der noch nicht, aber lang könne man
warten, bis es ihm in Sinn komme. Man werde doch nicht wollen den brauchen, der
verstehe sich auf das Wasser nicht, sehe es kaum einmal an, verstehe sonst
nichts; wenn man es begehre, so wolle er es Lürlipeter sagen, dass er komme; wenn
man den nur höre, so dünke es einem, es habe schon gebessert, so verstehe der
die Sache dar, zutun und könne exakt sagen, wo es fehle. Joggeli hatte sehr
Angst, nicht sowohl wegen Uli, sondern wegem Gelde, plagte daher Vreneli sehr,
bald mit dem Gelde und bald mit dem Arzte. Dazu hetzten ihn der Tochtermann und
teilweise auch der Sohn auf. Er sehe ja, dass das nicht gehe, er solle machen,
dass die Schuld nicht zu groß werde, sonst habe er das leere Nachsehen. Was er
dem Bodenbauer versprochen, war vergessen, und was Vreneli jetzt für eine Zeit
hatte, das kümmerte ihn nicht, denn Vetter Joggeli hatte sich nie in die Lage
eines Andern gedacht, zum Mitleiden war er nicht geschaffen.
    Vreneli hatte viel auf den Schultern, sehr viel; eine Menge Arbeiten mussten
rasch gemacht werden, um den Boden einigermaßen noch zu benutzen und den Schaden
zu verkleinern, dazu schlechtes Gesinde, Uli in einem hülflosen Zustande, zu
welchem der Arzt den Kopf schüttelte, ein Nervenfieber hatte ihn erfasst. Wenn
man ihm zuvorkommen möchte, sagte der Arzt zwar, habe er diese Wendung so ungern
nicht, viel lieber, als wenn es sich ihm ins Gemüt verschlagen hätte. Bei
solchen Krankheiten merke der Arzt, wie alles Wissen Stückwerk sei; gar
wundersam seien leibliche und geistige Zustände in einander verflochten; diese
Verschlingungen zu verfolgen, gebe es
