 alle Tage
erlebt; daneben ists besser, nicht zu viel davon zu reden einstweilen. Lass
morgen den Doktor holen, besser wärs, er würde krank, als dass es ihm ins Gemüt
schlägt, das ist schwer zu heilen. Du musst die Zügel fassen, lass alsobald dies
und jenes machen, und wenn du mich nötig hast oder Geld willst, so lass es mir
sagen. Bös stehts nicht mit euch, aber gut wärs, ihr stündet in keinen
Rechnungen; das ist ungut, besonders wenn euer Hausbuch nicht in Ordnung ist,
was kaum sein wird. Ich kenne das Hagelwerk und die Hagle, welche auf diese
Weise handeln, nie rechnen wollen und endlich, wenn es sein muss, mit Rechnungen
ausrücken, vor welchen des Teufels Großmutter sich schämen würde. Du kannst
daran nichts machen, musst warten, bis Uli wieder zweg ist, aber dann muss die
Sache abgetrieben sein und ausgemacht bis auf den letzten Kreuzer. Können solche
Leute einem nur die Fingerspitze berühren, so wird man ihrer nie los. Dann sage
aber Uli alle Tage: Ehrlich währt am längsten, dass er es nie mehr vergisst. Von
Joggeli habt ihr einstweilen nichts zu fürchten, daneben kann man auf solche
Leute sich nie verlassen, es kommt immer darauf an, wer zuletzt bei ihnen ist.
Sieh gut zu ihm, so viel Verstand hat er noch, dass er dies einsieht.« Vreneli
jammerte wegen Uli. Wenn man meine, man habe das größte Unglück erlebt, welches
möglich sei, so zeige sich schon ein anderes, noch viel größeres, dass man bitten
müsse: Nur das nicht! und versprechen, das Vergangene wolle man gerne ertragen
und nicht mehr klagen. So habe es es jetzt; vom Hagelschaden wollte es nun
nichts mehr sagen, wenn nur Uli zweg wäre, der mache ihm jetzt den größten
Kummer. »Zeige ihn nur nicht und rede nicht zu viel mit ihm von der Sache, es
wird schon bessern, aber man muss einige Zeit vorüberlassen. Hast gehört, sei nur
nicht verzagt, es war schon Mancher tiefer drin und kam wieder zweg.«
    Auf dem Heimwege sagte er seiner Frau: »Es ist doch kurios mit dem Menschen!
Dass Uli so einfältig sei und so dumm tun könnte, hätte ich mein Lebtag niemand
geglaubt, aber es muss halt alles gelernt sein auf der Welt, und wenn einer auf
einem Platze gut ist, so ist es noch lange nicht gesagt, dass man ihn auf einem
andern auch wieder brauchen könne. Da war der Uli ein vortrefflicher Knecht,
besser war er nicht zu wünschen; jetzt als Pächter macht er dummes Zeug, und
wenn man nicht zu ihm sieht, so stellt es ihn auf den
