 jahrelang siechen
und fruchtlos bleiben mussten. Auf Vrenelis Antrieb gingen sie allenthalben
herum, und Vetter Johannes musste raten und sagen, was man vorzukehren hätte, um
noch so viel möglich Nutzen zu ziehen aus diesem und jenem, was umzufahren sei,
was man stehen lassen, was ab, mähen solle usw. Uli war wohl auch dabei, aber es
war fast, als ob er keine Ohren hätte, die Sache ihn nichts anginge. Joggeli
trappete auch nach, gab hier und dort verblümte Stiche, die niemanden trafen als
Vreneli, welches seine Redeweise am besten kannte. Es lud ihn ein, mit ihnen zu
essen, er gab jedoch zur Antwort, sie hätten ihre Sache selbst zu brauchen und
niemanden nötig, ihnen dabei zu helfen.
    Dem Bauer und der Bäuerin war Ulis Niedergeschlagenheit aufgefallen, nach
der Weise bedächtiger Leute hatten sie aber nichts davon gesagt. Nach dem Essen
stellte Vreneli nach Landessitte, wo der Wein erst nach dem Essen erscheint,
wenn nämlich welcher erscheint, eine Maß auf den Tisch und schenkte ein. »Warum
hast doch Kosten,« sagte die Bodenbäurin, »wir haben es nicht nötig und ihr das
Geld sonst zu brauchen; daneben wenn ihr was nötig habt, so sprechet zu, wenn
wir es haben, so soll es nie Nein heißen. Gerade in solchen Zeiten hat man
einander nötig, gehts gut, so kann man es alleine machen.« »So ists,« sagte der
Bodenbauer, »und was meine Frau sagt, ist nicht bloß geredet, sondern ist Ernst.
Aber sag mir, Uli, was ist mit dir? Dich kenne ich gar nicht wieder, warst sonst
doch nicht so verdrückt und ohne Mut; warst wohl manchmal obenaus und ließest
wieder die Flügel sinken vor der Zeit, aber wenn du sahst, dass man dir zu
helfen begehre, und man dir das Kinn in die Höhe drückte, so warst wieder ein
Mann. Aber heute will gar nichts anschlagen bei dir, essen und trinken tust du
nichts, reden nichts, und seit einer Weile ists, als hörtest du nichts! Rede,
was ists?« »Ich bin nicht zweg,« sagte Uli matt, »es ist mir in allen Gliedern,
es ist mir, als wäre ich unter der Erde. Es wäre gut, ich wäre es schon, denn an
allem bin ich schuld.« Vreneli wollte unterbrechen, der Bodenbauer fragte, Uli
sagte zu Vreneli: »Rede selbst und sag, wie die Sache sich verhält es tut mir
der Kopf so weh! Sage nur alles, es ist am besten, sie wissen, wie es ist.«
    Vrenelis Verstand sah alsbald, dass Offenheit hier am Platze sei. Johannes
war
