 hätte
er am ersten das Letztere sein können, indessen die Tonsur fehlte ihm, statt
dessen hatte er altes Haferstroh vom vergangenen Jahre und Bruchstücke von
Hanfstengeln in seinen verwilderten Haarzöpfen, deren einige Dutzend ihm um
seinen ungewaschenen Kopf hingen. Denselben hatte Joggeli einmal in einem
Wirtshause erzählen hören von seiner erstaunenswürdigen Geschicklichkeit, wusste
aber nicht, dass seine Frau ihm selten anders sagte als »du Hagels Lügner.«
Derselbe erzählte, wie er schrecklich berühmt sei und manchmal gar nicht wisse,
wie wehren; von zuhinterst in Deutschland schrieben ihm die berühmtesten
Doktoren, wenn sie in Verlegenheit seien, und frügen ihn, was er meine. Er habe
schon Manchen aus der Tinte gezogen, der es nicht rühmen werde, aber er habe es
aufgeschrieben. So habe ihm einer geschrieben aus einer Stadt, man sage ihr nur
Berlin, es sei die Hauptstadt von Russland, derselbe sei Hofrat und heiße Schüli,
und ihn gefragt, was er machen solle wegen der Cholera, die wolle kommen. Das
sei eine grausame Krankheit, fange bei den Beinen an, bis zuletzt die Haare auf
dem Schädel so feurig würden, dass man Schwefelhölzer daran anzünden könnte; dem
habe er geschrieben, was er machen müsse, der Ketzer habe ihm noch nicht
gedankt. Aber so machten sie es, die Hagle, sie behielten seine Räte, würden
Hofräte, und kein Mensch in Russland wisse, dass die Sache von ihm komme. Er habe
angeraten, jedem Patienten sieben Tage, ehe bei ihm die Krankheit ausbreche
nichts zu geben als Buttermilch mit Saanenkäse, in die Maß Milch ein Pfund Käse
geschabt, alle zwei Stunden eine Portion; er sei gut dafür, die Krankheit breche
nicht aus. Nun sterbe in ganz Russland kein Mensch mehr an der Cholera, da sei er
gut dafür, aber dem Kaiser werde man nicht sagen, das habe Lürlipeterli
angegeben; er glaube seiner Seele nicht, dass er sein Lebtag je Hofrat werde. Es
nehme ihn jetzt wunder, wie es ihm mit dem Papste gehe. Es hätten ihm nämlich
zwei sonderbar vornehme Herren von Rom - er glaube, sie seien dem Papste
verwandt, wenigstens seien sie, nach allem zu schließen, sehr gute Freunde von
ihm - geschrieben. Die hätten den Star und schrieben ihm, sie hätten von ihm
gehört, wie er berühmt sei im Stechen, Keiner so, und hätten das Vertrauen
alleine zu ihm, er solle kommen und sie operieren; wenn er es begehre, wollten
sie ihm ihre Kutsche schicken, sechsspännig, sonst solle er kommen, wie es ihm
beliebe, sie wollten zahlen, bis er zufrieden sei. Gelänge ihm die Operation, so
könne er ein steinreicher Mann werden, denn in Rom sei fast die Hälfte der
Menschen
