 sich schicken, aber was
über die Haushaltung aus geht, von meinem Geschäft, gebe ich nicht Bericht.
Warum? Darum: sie versteht es nicht und würde doch meinen, sie müsse das Maul in
alles hängen, und was trüg das ab?« Vreneli wurde böse und spitzig. »Es meine«,
sagte es, »wenn man hilfe das Geld verdienen, so habe man auch das Recht, ein
Wort dazu zu sagen, wie es solle gebraucht werden. Es liefe mancher Lump weniger
in der Welt herum, wenn er zu rechter Zeit auf seine Frau gehört hätte. Auf den
Männern, welche ihren Weibern nicht alles sagen dürften, halte es nicht viel,
gewöhnlich stecke was Verdächtiges dahinter, etwas, was besser wäre, sie täten
es nicht.« »Ist das gestichelt oder sonst getrümpft?« frug der Wirt. »Nimm es,
wie du willst,« antwortete Vreneli, »so viel kann ich dir bloß sagen, es ist mir
Ernst damit!« »Du hast eine handliche Frau, Uli, die wäre mir nur zu böse,«
sagte der Wirt, »die musst du nicht Meister werden lassen, sonst bleibt die
Kirche nicht mitten im Dorfe. Ein wenig böse schadet nicht, gerade so wie ein
Haushund; wenn der nicht bellen kann und im Notfall beißen, so ist nichts mit
ihm, aber Bettlerpack und Fremde muss er anbellen und beißen, nicht den Meister,
da muss er wedeln mit dem Schwanze und kusch machen.« Da wurde der Wirt
abgerufen, sonst hätte er wahrscheinlich er, fahren, dass Vreneli wirklich zu den
Haushunden gehöre, welche bellen und beißen können.
    Auf dem Heimwege versuchte Vreneli noch einige Male, den Kuhhandel zur
Sprache zu bringen, aber Uli gab uneinlässlichen Bescheid, sagte endlich: »Hast
nicht gehört, was der Wirt gesagt hat? Man solle den Weibern über solche Sachen
nicht Bericht geben, sie verstünden sich nicht darauf.« »Verstehst du dich denn
darauf?« fragte Vreneli; »du weißt von den Gesetzen und dem Prozedieren gerade
so viel als das Kind, welches wir heute getauft, und darum dünkt mich, du
solltest dich nicht damit abgeben wollen.« »Darum, weil ich und du davon gleich
viel verstehen,« antwortete Uli böse, »kann ich nicht bei dir zu Rate gehen,
sondern muss zu jemand gehen, der mehr von der Sache weiß als ich und du, und
damit punktum, wie der Wirt sagte.«
    Dieser Schluss des Tages jammerte Vreneli sehr. Es hatte an diesem Tage so
viel erlebt, erfahren, gedacht, es war gleichsam von den allezeit strömenden
göttlichen Offenbarungen umflossen gewesen; wie ein schöner Abendstern hatte ihm
