 sich
erzeigen wollten in der Welt, dass man weit und breit von ihnen reden müsse, man
möge wollen oder nicht.
    Vreneli ward wind und bange, aber es konnte nicht von ihm kommen, und gehen
heißen mochte es ihn auch nicht. So viel Mitgefühl hatte es, dass es niemand
einen Kübel kalt Wasser über den Kopf goss, wenn er in süßen Träumen befangen
lag. Solch Glück ist gar zu selten in der Welt, und wer ein gut Herz hat, jagt
sicherlich niemanden, der in solcher Wonne liegt, süßer als in einem warmen
Bette, daraus auf.
    Vreneli wusste, dass ihm ein Gewitter wartete, und je länger eine schwarze
Wolke stocket, das heißt mit Elektrizität sich auf bläht, desto härter kracht
es, wenn es mal losbricht. Der Mann aß nicht mehr, dann trank er auch nicht
mehr, endlich gab er selbst das Sitzen auf und stund, so gut er konnte, aber das
Reden wollte kein Ende finden; es war akkurat, als ob er auch so ein auf ein
Pfäfflein gepfropfter St. Galler Diplomat sei, und doch war er nur ein ganz
gemein Knechtlein, schwatzte nicht einmal um den Taglohn, nicht einmal, um dann
daheim sagen zu können: »Dunder, denen hab ichs gesagt, habt ihrs gelesen?«,
sondern wirklich von Herzen, und schwatzte und stund, und ging und stund und
schwatzte, dass es Vreneli den Schweiß austrieb und es ihm, als es endlich dessen
Rücken sah, leichtete, als hätte es wenigstens eine halbe Kindbetti glücklich
überstanden.
    Nun musste es ans Zweite hin, musste die geschwollene Wolke sich entladen
lassen. Das Ding ging aber nicht halb so leicht als eine andere elektrische
Flasche, welche man nur mit einem Finger zu berühren braucht, um sie in allen
Gliedern zu fühlen. Uli schmollte eine Weile, indessen endlich brachs doch los
und wüst. Es habe sich alles gegen ihn verschworen, um ihn zu Boden zu machen,
polterte er, sogar den Herrn des Regens und des Sonnenscheins rechnete er
darunter. Der heutige Tag koste ihn wenigstens drei Gulden, nicht gerechnet, was
die verspätete Arbeit schade. Wenn er genug hätte bis obenaus, so stehe noch so
ein Hagel vor dem Hause und bitte zu Gevatter. Das sei sonst nicht erhört
gewesen, dass man fremde Leute, welche ihr Brot mit Mühe verdienen müssten, zu
Gevatter genommen, sondern reiche Leute, welche es hätten und vermöchten. Das
käme aber nur daher weil Vreneli die vornehme Frau spiele; da meinten die Leute,
was dahinterstecke, und wüssten nicht, dass sie bald fertig seien. Das sei wieder
so ein Spaß von zehn Gulden, nicht gerechnet, was später ausgerichtet werden
müsse. Er
