 welche nicht
Farben genug an ihrem Kinde anbringen kann und es am schönsten findet, wenn
dasselbe Dinger am Leibe hat, wie sie niemand hat, und grelle, glitzernde, die
in allen Gassen schrei, en und haben doch keine Zunge im Munde. Nun hatte zum
Beispiel der Wirt oder dessen Frau dem Johannesli ein Ungeheuer von Turban
geschenkt, hochrot von Farbe, mit blauem Borde, eine Elle hoch, oben eine Elle
breit, mit Ohrenlappen, groß wie die Blatten an einem Pferdekommet, und einem
handbreiten gelben Bande, ihn unter dem Kinn zu binden. Das arme Kind sah darin
aus wie ein Zwerg in einer Grenadiermütze oder ein klein Spätzlein, welchem man
einen großen Hahnenkamm aufs Köpflein gepflanzt. Vreneli konnte es nicht übers
Herz bringen, das Bübchen in das Ungetüm zu stecken. Aus einem Kinde eine
Vogelscheuche zu machen, sei eine Sünde, sagte es, so was könne einem Kinde sein
Lebtag nachgehen. Wer ein Kind so spöttisch verpuppt gesehen, der erinnere sich
daran, wenn das Kind ihm längst erwachsen vor die Augen komme, nehme es für dumm
und lächerlich und gewöhne sich mit Mühe daran, die Sünden der Eltern zu
vergessen und das verständig gewordene Kind als verständig anzunehmen. Vreneli
kaufte dem Bürschchen ein klein Käpplein, wohlfeil und doch schön, und was will
man mehr? Darüber ward Uli auch wieder sehr böse. Unnütz Geld auszugeben sollte
man sich hüten in solchen Umständen, sagte er. Es werde sehen, wie weit man
komme damit, aber dann werde es zu spät sein. Die Hoffart habe reichere Leute
auf die Gasse gebracht, und dümmer sei nichts, als vorstellen zu wollen, was man
nicht sei, was man erst mit Mühe und Not werden könne. Übrigens begreife er
nicht, was ihm an der Kappe nicht recht sei, ihm gefalle sie und zwar besser als
die, für welche es Geld verschleudert. Es sei aber nur Weiberwunderlichkeit;
weil es die Wirtin hasse, so gefalle ihm nichts, was von ihr komme. So eine
Wirtin, welche an einer Straße wohne, wo alle Tage Herrschaften vorbeiführen,
Engeländer und Huttwyler, werde doch wohl besser wissen, was schön sei und Mode,
als so eine Pächtersfrau, welche jahraus jahrein niemand sehe als die Eierfrau,
den Hühnerträger und zuweilen einen Lumpensammler. Und dass es das Bübli nur den
- er wusste selbst nicht, wie er dem roten Turm sagen sollte - tragen lasse! Wenn
die Wirtin mal käme und das Kind hätte ihn nicht auf dem Kopfe, so hätte sie es
ungern und meinte, man schätzte ihn nicht.
    Uli hatte für derlei Dinge durchaus keinen Sinn. Was nichts kostete, gefiel
ihm am besten, daneben dann, was so recht buntscheckigt war,
