; er mische sich
nicht darein, die Andern, wo was mit einander hätten, könnten es ausmachen.«
»Aber Base, ist das recht?« fragte Vreneli. »He, das weißt,« antwortete
dieselbe, »aber ists gescheut von Uli, keine Quittung zu haben und zu sagen, er
habe nicht bezahlt Gefälligkeit hin, Gefälligkeit her, Wahrheit ist Wahrheit; er
sollte sich doch nicht in Sachen einlassen, welche er nicht versteht und von
denen er nicht weiß, wie weit sie gehen. Mit solchen Lumpensachen kann man nicht
bloß um Hab und Gut, sondern auch um den ehrlichen Namen kommen..« »Base, Ihr
habt recht und mir macht solches Kummer; Uli möchte gerne der Gute sein, lässt
sich gerne zum Großen machen, und je schneller er reich wäre, desto lieber hätte
er es. Es scheint mir oft, der Teufel habe eine Angelschnur mit drei Haken nach
ihm ausgehängt, an welcher noch hängen bleibt, weiß Gott. Base, ich habe einen
Kaffee gemacht, bleibt bei mir; drüben habt Ihr doch böse Gesichter, hier möchte
ich Euch zu hunderttausend Malen danken, und Uli hätte auch Ursache dazu.«
»Nein, muss hinüber, gucken, was es gibt, schlimm wird es nicht gehen. Ich habe
ein gut Gewissen, sie böse, ich mache ein keck Gesicht, und sie wissen nicht,
welche sie schneiden sollen. Wenn ich komme, so werden sie lange schweigen,
endlich viele Redensarten ins Feld führen, wie sie ja keinen Betrug im Sinne
gehabt, und wenn ich das erstemal hinausgehe, kommt mir Johannes nach und sagt:
Mutter, du bist immer die Beste, hättest mir nicht noch einen schönen Kram für
Trients, das Pflaster ?«
    Kaum hatte der Johannes gemacht, wie die Mutter es vorausgesagt, kam der
Tochtermann, hätte die Mutter gerne gestreichelt und gehätschelt, wenn sie nicht
drei Schritte rückwärts gegangen wäre, und sagte, ob sie ihm nicht was Gutes
hätte für Elise: einen Schinken, eine Wurst, Käse, Butter usw.; Elise liebe
derlei Dinge sehr und er gönne sie ihm von Herzen, zuweilen sei sie etwas
wunderlich, aber er habe die Hoffnung, mit Ernst sei sie ganz zu kurieren. Ernst
sei gut, sagte die Mutter, aber mit der Fünffingerkur solle er nicht mehr
probieren, in St. Gallen oder wo er daheim sei, die Menschen noch halb wild
seien, da sei sie vielleicht gut, aber im Bernbiet schlage sie schlecht an, man
nehme sie von der Regierung nicht an, geschweige denn so von einem
halbbaumwollenen Mannli. Probiere sie eine Regierung, so könne sie darauf
zählen, ehe ein Jahr umgehe, liege sie
