 manches Dorf aus laufen, ehe man
einen fände, dem beifiele, was ihm. Der gute Joggeli war noch nicht zu der
Erfahrung gekommen, was Einfälle, auf die man sich am meisten zugute tut, für
Schwänze haben! Er dachte, er wolle Uli sagen, derselbe solle ihm den Zins acht
Tage zum voraus geben, denselben wolle er gehörig in Sicherheit bringen, und
wenn dann seine Blutsauger kämen, sagen, im Einverständnis mit Uli, Uli habe
noch nicht bezahlt, er werde den Zins einstweilen nicht geben können. Er trug
seinen Gedanken alsbald seiner Frau vor. »Was Tüfels ersinnest du aber Dummes,«
sagte ihm diese, »das kommt nicht gut, zähle darauf.« »Ich wüsste eigentlich auch
nicht, wann du etwas gut gefunden hättest, was mir beigefallen, es war von
Anfang so und wird so bleiben bis ans Ende.« So sprach Joggeli in zornigem
Brummen, drehte sich und ging ab, ging zu Uli und trug ihm den Handel vor. Uli
war das sehr zuwider. Er glaube, sagte er, das Geld könne er geben, aber mit dem
Verleugnen wollte er lieber nichts zu tun haben. Man könne am Ende nicht wissen,
was das für Folgen haben könne, jeden, falls begehre er keinen Streit mit den
Beiden, denn wenn sie ihm etwa auf den Hals steigen und wüst sagen würden, so
nehme er dies nicht gelassen hin. »Habe nicht Kummer,« sagte Joggeli, »ich will
das schon machen, und Folgen hat es keine, gebe dir eine gesetzliche Quittung
und schreibe es als, bald ein. Es ist ein bloßer Gefallen, dich kostet es nichts
und mir ists ein großer Dienst, und etwas wirst mir doch auch tun wollen, oder
meinst etwa, es wäre nicht recht?« Uli fügte sich, Vreneli hatte nichts dawider,
begehrte bloß über den Alten auf, der immer was erlisteln wolle und Andere
hineinstossen und doch nichts ausrichte, weil er keinen Mut hätte, sondern
allezeit das Herz in den Hosen.
    Uli musste ans Rechnen gehen vor der Zeit, und das war ihm sehr zuwider,
nicht deswegen, weil er dachte, es könnte der Pünktlichkeit schaden, wenn er
acht oder vierzehn Tage vor der Zeit die Rechnung schließe. Nein, daran dachte
er gar nicht; so einen Ketzer von Rechnung könne man ja stellen, wie man wolle,
einige Wochen vorwärts oder rück, wärts, wie man wolle, darauf komme es nicht
an, wenn es ihm so recht sei. Akkurat wie er mit dem Zeiger seiner Uhr auf zehn
oder zwölf fahren könne, je nach seinem Belieben, weil es ja seine Uhr sei und
niemand weiters angehe. Aber solch Rechnen
