 in der Welt, wenn es am lustigsten gehe und es einem am besten
gefalle, so müsse man aufprotzen und fort. Früher hätten sie bloß so Flausen
getrieben wie etwa an andern Orten auch, jetzt aber wäre das Predigen
angegangen, das wäre was Neues gewesen; es hätte ihn wunder genommen, dies zu
hören, es scheine ihm, die Frau Gevatterin könnte es noch besser als mancher
halbsturme Pfaff. Er müsse sagen, mit dem, was sie da von der Kanzel runter
pralatzgeten, könne er hell nichts machen, er verstehe nichts davon, und in
diesen Zeiten, wo man nicht mehr so dumm sei, werde es den Meisten so gehen; es
nehme ihn wunder, ob er es nicht erlebe, dass das Zeug ganz aufhöre.
    Vreneli ward blass, da sagte die Base, sie hätte auch schon gehört, dass
solche Dinge geredet würden, selbst sei sie aber nicht dabeigewesen und habe es
nicht glauben wollen; jetzt wisse sie es, es wäre ihr aber lieber, sie erführe
es nicht noch einmal. »Dir, Wirt, wird es auch noch anders kommen, entweder hier
oder dort. Wie es dir dann sein wird, wenn du draußen stehst und klopfst und
hören musst: Ich kenne dich nicht, selb wirst dann erfahren, aber leider wird es
zu spät sein. Aber eins will dir sagen: wenn im Winter Stein und Bein gefroren
ist und so recht eisig der Wind durch die dicksten Kleider zieht bis ins Mark
hinein, und es steht ein arm Bettlerkind im dünnen Kleidchen zitternd vor deiner
Türe und bittet um Gottes willen, dass man ihns hineinlasse, nur einen
Augenblick, um sich zu wärmen, es müsse sonst erfrieren, und man tut ihm die
Türe nicht auf und von innen her, aus tönt eine Stimme: Packe dich fort! Wir
kennen dich nicht, denk, wie es dem armen, bebenden Kinde sein muss, denk, Wirt!
Und doch findet es nicht weit davon eine andere Türe und einen barmherzigeren
Hausvater, sterben muss es noch nicht. Denk, wenn du aber einmal so vor der Türe
dort stehst, zitternd, und klopfst und hörst: Ich kenne dich nicht, so ist keine
Türe für dich, kein barmherziger Hausvater, es ist der Allerbarmer, der dich
nicht kennen will; denk, wie wird dir dann sein?« »Ich sehe, die Glunggebäuerin
kann das Predigen auch, und wenn unser Pfarrer abgeht, so brauchts keinen
Pfarrer mehr, eine von euch oder abwechselnd könnt ihrs auch machen, und
vielleicht macht ihrs besser und wohlfeiler als der jetzige. Es will niemand
rühmen, dass er ein sehr Geschickter sei, daneben frage ich dem nicht viel nach;
lieb ists mir allweg
