: Fründ wie Hünd, und die mahnen mich wohl daran. Du wirst es aber wohl
noch erfahren, ob ich recht habe oder nicht.«
    Uli dachte, es sei doch eine verfluchte Sache mit der Eifersucht der Weiber.
Stelle man dem Weibervolk nicht nach, so erstrecke sie sich auch auf das
Männervolk, und am Ende dürfe man mit niemand mehr reden als mit seinem Weibe
und dem Hund, doch mit diesem nur halblaut. Das dürfe er nicht aufkommen lassen,
und jetzt sei ein Anlass, zu zeigen, wer Meister sei. Der gute Uli hatte was
läuten hören, und das ist das Verfluchteste, wenn man was läuten hört, aber
weder weiß, woher das Läuten kommt, noch was es bedeutet. Die Weiber sind
eifersüchtig, das versteht sich, und zuweilen nicht bloß auf Mannsvolk und
Weibervolk, sondern wirklich auch auf Hund und Katze. Nun ist es mit dieser
Eifersucht wirklich wunderlich. Eigentliche Eifersucht halten wir kaum durch
äußere Mittel zu heilen, weder durch Reizungen noch durch die strengste Treue.
Reizungen machen Krämpfe, und je offenbarer die Treue ist, desto verdächtiger
erscheint sie der Eifersüchtigen, scheint Deckmantel von was Geheimem. Diese
Eifersucht kann bloß von innen heraus geheilt werden, und zwar bloß durch den
Sinn, der von oben kommt, der den Splitter in des Nächsten Auge nicht sieht,
aber den Balken im eigenen, der Misstrauen hat in die eigene Tugend und nicht in
die der Andern, der durch Liebenswürdigkeit zu gewinnen und festzuhalten sucht,
was ein schnödes Wesen behandelt wie ein Kind eine Uhr: sie zernichtet, zerstört
und doch fordert, dass sie in regelrechtem Gange gehe und die Stunden gehörig
zeige.
    Dann aber wird wirklich Manches Eifersucht geheißen und als Eifersucht
ausgelegt, was es nicht ist. Wenn eine Frau den Mann vor Menschen warnt, sei es
männlichen oder weiblichen, wenn sie ihn nicht gern tagelang herumlaufen sieht
oder ganze Nächte schwärmen lässt, so kann dieses sehr edle Beweggründe haben:
Sorge um den Bestand des Hauswesens, Sorge für die Kinder, Sorge für Ehre und
Wohlergehen des Mannes selbst. Wir halten dafür, dass bei Vreneli die letzteren
Gründe alleine vorwalteten und nicht wirkliche Eifersucht. Wir halten Eifersucht
immer als den Ausbruch des Bewusstseins der eigenen Schwäche oder der eigenen
Unliebenswürdigkeit, und nun müssen wir sagen, dass Vreneli kräftiger im
Charakter und liebenswürdiger in seinem Wesen war als Uli, dass wir daher Vreneli
nicht der eigentlichen Eifersucht untertan glauben. Uli nun aber nahm es
freilich so, wollte ein Exempel statuieren und erzwang die beiden Paten. Dass bei
Vreneli nicht Eifersucht im Spiel war, hätte er daraus sehen können, dass Vreneli
darüber nicht wüst tat, nicht schmollte. Billig und recht wäre es eigentlich,
dass eine Mutter
