
Schoppen zahlen müsse. Ein Fass hat er uns zum Einbeizen geliehen und mir
hundertmal gesagt, wenn ich was mangle, sei es Tag oder Nacht, so solle ich nur
herkommen, er zürne, wenn ich an einen andern Ort gehe, und wenn niemand
gegenwärtig sei, nur nehmen ungeniert, was ich bedürfe; einen behülflicheren
Mann habe ich nirgends angetroffen, solche Leute sind rar, wo man sie findet,
muss man Sorge zu ihnen tragen. Ich muss sagen, es freut mich allemal, wenn ich
ihn sehe, und wenn ich schon nur Pächter bin, so schämt er sich meiner doch
nicht. Er hätte noch Keinen so wie mich angetroffen, hat er mir schon manchmal
gesagt, wenn ich so fortfahre, werde es nicht lange gehen, so sei ich Bauer
trotz einem. Beim Müller ist es gerade so; fehlt mir Spreuer, so sind für mich
da, wenn für niemand sonst da sind, mit Pferdefutter ists auch so und um einen
Preis, wie ich es sonst nirgends bekomme; aus dem Getreide lässt er mir gehen,
was Keiner sonst. Mein Lebtag habe ich gehört, es sei nichts kommoder auf der
Welt als gute Leute, zu solchen müsse man mehr Sorge tragen als zum Brote. Ich
kann gar nicht begreifen, was du gegen sie hast.« »Ja, Uli, gute Leute sind
kommod, das haben wir am besten erfahren, ohne gute Leute wären wir nicht, wo
wir sind,« antwortete anfangs Vreneli, »aber es ist auch ein großer Unterschied
zwischen guten Leuten und guten Leuten. Es gibt gute Leute, welche einem
aufhelfen und am besten sich zeigen, wenn man in der Not ist, und es gibt Leute,
welche gut scheinen, solange sie jemand ausnutzen können, und ist er
ausgenutzet, so lassen sie ihn hängen wie eine Spinne die Fliege im Netz, wenn
sie ausgesogen ist. Wenn die es gut meinten, sie wären nicht halb so
schmeichelhaft und machten dir den Kopf so groß. Mit der Dienstfertigkeit gehe
mir, ich möchte doch wissen, wer mehr dienet, ob sie dir oder du ihnen Haben sie
je was zu fahren oder ein Pferd nötig, so stehen sie vor der Türe, und wie viel
sie dir dafür geben, weißt du; es steht zu verdienen, werden sie dir sagen, und
hast was nötig, so sprich auch zu! Leiht man ihnen etwas, einen Wagen oder ein
Wertzeug, so geben sie es nicht wieder, und lässt man es endlich holen, so ist es
entweder nicht da oder es weiß niemand, wo es ist, oder es ist zerbrochen und
wir haben die Kosten, es ausbessern zu lassen. Ein alter Pfarrer hat immer
gesagt
