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    Herr Felchner unterbrach diese Meinung mit einem lauten hönhischen Gelächter
und rieb sich vergnügt die Hände. »Nein, mein Herr, vor einer Sache, die bloß
auf dem Papiere steht, erschrecke ich nicht. Ich habe auch einmal Etwas über
diesen romantischen Unsinn gelesen und die ganze Sache als ein höchst albernes
Märchen erkannt.«
    »Wenn auch die Verwirklichung des Kommunismus noch ein Märchen ist und so
Gott will, immer bleiben wird, die Kommunisten selbst sind leider keine
Mährchenfiguren.«
    »Ich möchte wohl einmal ein solches Exemplar sehen, ein Exemplar von einem
leibhaftigen Kommunisten comme il faût.«
    »Nun, vielleicht haben Sie nicht weit danach zu süchen, vielleicht finden
Sie deren Einige unter Ihren eignen Arbeitern.«
    »Sie sind, wie Sie vorhin sagten, erst seit ein paar Wochen in unserer
Nachbarschaft und wollen mich meine Arbeitsleute kennen lernen, in deren Mitte
ich wohne, welche ich meist habe aufwachsen sehen, mit denen ich täglich seit
vielen Jahren in Berührung komme und von denen ich weiß, was für Menschen es
sind - und Sie wollen sie mich erst kennen lehren - das ist sehr komisch!«
    »Um manche Dinge im rechten Licht zu sehen, ist oft ein entfernter
Standpunkt nötig.«
    »Und was für Dinge gehen denn in meiner Fabrik vor? Ich bin auf Ihre
Mitteilungen in der Tat sehr gespannt, klären Sie mich auf.«
    »Nennt sich nicht Einer unter Ihren Arbeitern Franz Talheim?«
    »Einer meiner geschicktesten und fleissigsten Arbeiter, ein ordentlicher
Mensch wie Wenige.«
    »Sie wissen, dass er schreibt?«
    »Mein Gott, ja! Er ist von besserm Herkommen, als die andern Arbeiter, und
hat eine gute Erziehung gehabt - darauf bildet er sich nun Viel ein, und während
die Andern dumme Streiche machen, sitzt er allein zu Hause, schreibt und dünkt
sich vielleicht ein großer Dichter zu sein. Das lässt mich sehr gleichgültig und
geht mich Nichts an, denn er ist immer der Erste und Letzte bei der Arbeit - was
er außerdem treibt ist seine Sache.«
    »Was er aber schreibt, regt die Arbeiter auf.«
    »Davon habe ich noch Nichts bemerkt - auch können die meisten meiner
Arbeiter gar nicht lesen. Und mag er ihnen seine Geschichten vorlesen - die
regen sie nicht auf, denn sie handeln unter Fabrikarbeitern, und wie es da
zugeht, wissen sie ja alleine - auch wird ihnen eine solche Lektüre über so
Alltägliches nicht im Geringsten zusagen.«
    »Es kommen aber doch Stellen darin vor -«
    »Nun, Sie haben ihm wohl gar die Ehre angetan, das Ding selbst zu lesen?
Beruhigen Sie Sich, mein Herr, ich kenne diesen Pöbel - Bücher regen ihn
