. - Johnson,
dass ich mich in dem Augenblicke nicht verriet, begreif' ich jetzt noch kaum.«
    »Es sollen am Arkansasfluss einem reichen Kerl über tausend Dollars
abgenommen sein,« sagte dieser jetzt, indem er einen scharfen Seitenblick auf
den Freund warf - »Du warst ja zu jener Zeit in der Gegend - hast Du etwas davon
gehört?«
    »Oh, die Pest über Dein unsinniges Schwatzen!« fluchte der Gefragte. - »Soll
ich von jedem Morde wissen, der innerhalb des Staates verübt wird? Kümmere Dich
um Deine eigenen Angelegenheiten und lass mich aus dem Spiel. Bist Du auch
sicher, dass Weston reinen Mund hält? Wir hätten ihn nicht mit bis an die Insel
schicken sollen.«
    »Ich glaube, dass er treu ist,« erwiderte nachdenkend Johnson - »man kann dem
Menschen übrigens nicht in's Herz sehen. - Und Du willst wirklich morgen
heiraten?«
    »Ja - freilich unter nicht gerade freundlichen Aussichten; doch ist es das
Beste, was ich tun kann. - Wird die Sache ruchbar, nun dann mag der Teufel den
ganzen Bettel holen; das wird nachher die kleinste Sünde sein, an die Frau
zuletzt zu denken.«
    »Bei den Grundsätzen kann Dir die Ehe nicht besonders hinderlich sein,«
lachte der Freund. - »Du machst Dir also nichts aus dem Mädchen?«
    »Glaubst Du, ich würde mich dem Allen ausgesetzt haben, sie zu erringen,
wenn ich sie nicht liebte?« frug der Prediger rasch; »eine wilde, rasende
Leidenschaft ist's, die mich zu dem reinen Wesen hinzieht, und ich fühle es
recht gut, dass gerade diese Liebe die größte Sünde ist, die ich in meinem Leben
begangen.«
    »Und doch kannst Du jetzt schon daran denken, sie wieder zu verlassen?«
    »Zeige mir die Möglichkeit, sie auf der Flucht, gegen ihren Willen,
mitzunehmen, und Du wirst mich mit Seel' und Leib bereit finden - es geht aber
nicht an. Jeder Fremde, den sie anspräche, würde ihr Schutz gewähren, und dem
wollen wir uns nicht aussetzen. Nein - könnte ich noch zurücktreten - vielleicht
tät' ich's - vielleicht auch nicht; aber es geht nicht mehr, also mag sie mein
Geschick teilen, so lange es möglich ist. - Sie wird doch mein!«
    »Hast Du denn in Deinem Hause irgend welche Vorsichtsmassregeln getroffen,
wenn einmal eine Flucht nötig sein sollte?«
    »Ich sollte denken, Du kenntest mich lange genug,« sagte der Priester. »In
dem kleinen Schilfbruch, gleich unter dem Hause, liegt sorgfältig versteckt ein
kleines Kanoe, ein kleiner Koffer mit allen
