 nicht,« erwiderte dieser - »ich habe meine alte Mutter in
Tennessee, nicht weit von Memphis, wohnend, und die müsst' ich auf jeden Fall
erst holen. Sie lebt jetzt bei fremden Leuten, und dort soll sie mir einmal
nicht sterben.«
    »Da werd' ich freilich wenig für Euch tun können,« seufzte Brown etwas
zerstreut, »ich kenne Atkins gar nicht, habe ihn erst einmal gesehen, und es ist
doch höchst unwahrscheinlich, dass er auf meine Fürsprache auch nur das geringste
Gewicht legen würde.«
    »Das sollt Ihr auch nicht bei Atkins versuchen, sondern bei jemand ganz
Anderem.«
    »Und bei wem?«
    »Bei Madame Rowson. - Ihr seid mit Roberts gut bekannt, und Marion hält viel
auf Euch, das weiß ich. Wenn Ihr sie recht schön für mich bitten wolltet, sie
tät' es Euch sicherlich zu Gefallen.«
    »Madame Rowson,« sagte Brown leise und wie in tiefen Gedanken verloren, -
»Madame Rowson - kann sie helfen?«
    »Oh, sie gilt sehr viel bei Atkins,« beteuerte Wilson. »Als Atkins' Frau im
letzten Sommer so lange und gefährlich krank lag, hat sie ganze Wochen lang mit
Ellen an ihrem Bette gewacht. - Ihr tun sie Alles zu Liebe, es ist ein gar so
gutes Mädchen -«
    »Ja - ja!« seufzte Brown tief auf.
    »Nicht wahr, das glaubt Ihr auch?«
    »Was?«
    »Dass sie ihr Alles zu Gefallen tun werden.«
    »Guter Wilson,« sagte Brown, sich halb von seinem Begleiter abwendend - »Ihr
hättet Euch in dieser Sache sicherlich an einen Besseren wenden können, als an
mich. Rowson selbst würde da vielleicht ein nützlicherer Fürsprecher sein.«
    »Ja,« sagte Wilson halb ärgerlich, »das weiß ich; aber verdammt will ich
sein, wenn ich den Mann leiden kann. Die ganze Nachbarschaft hat ihn gern, die
Frauen wenigstens, die ganz versessen auf ihn sind, doch ich, ich weiß nicht,
mir wird's immer unbehaglich, wenn ich mit ihm freundlich tun soll. Sonderbar
müssen auch seine Verhältnisse sein. Vor einem Jahr kommt er hierher, sagt
selbst, dass er arm ist, arbeitet nicht das Mindeste, predigt nur und bekommt von
keinem Menschen einen Cent dafür, hat aber immer Geld, treibt sich auf solche
Art zwölf Monate im ganzen Kounty umher und heiratet auf einmal das schönste
Mädchen am Fourche la fave (Ellen ausgenommen, denn, ich weiß nicht, die gefällt
mir doch noch besser). Ich selbst habe weiter nichts gegen Rowson, kann nichts
gegen ihn haben, denn dass er feig
