 nach Berlin mitnehmen
wollte, und dem Kurfürsten vorstellen, da konnte was aus mir werden, da hatte
ich so meine Gedanken. Nun hat's der liebe Gott anders gemacht.«
    »Hat er's nicht gut gemacht, Hans Jürgen? Du hast nun ein rein Gewissen; Und
hörtest Du nicht, was sie munkelten, dass der Herr von Lindenberg in Berlin in
Ungelegenheiten gekommen wäre. Die Schulzenfrau wusste nur nicht recht was. Ist's
nicht der Herr von Lindenberg, so ist's ein Anderer. Der Herr von Rochow auf
Plessow ist gar nicht übel. Wenn wir ihn recht bitten, nimmt er Dich auch mit
und stellt Dich vor. Du musst nur was auf Dich geben, und den Kopf nicht immer so
in den Schultern tragen, und dann auch nicht so die Zähne ziehen, wenn Du Einen
schief ansiehst, den Du nicht magst. Ja ein bisschen freundlicher könntest Du
schon werden. Du bist doch manchmal ein Bär. Vielleicht bringen sie Dich bei der
kurfürstlichen Jagd an, da brauchst Du nicht zu denken.«
    »Beim Kurfürsten! Lieber will ich Ziegel streichen. Bin ein freier Mann,
eines Edelmanns Sohn. O pfui! Der Deinen Vater hat lassen in's Gefängnis
schmeissen, dem ich dienen! Und wär's auch nicht Eva's Vater, er ist -«
    »Hans Jürgen, er kommt schon wieder frei. Vater hat gewiss nichts
verbrochen.«
    »Was tut's! Der Kurfürst hat ihn in's Gefängnis schmeissen lassen, ja, das
hat er. Das vergess ich nimmer. Ist mein Feind. Und seine Reiter, die! Wär's nach
mir gangen, der Wenzel, der Konrad, o sie Alle, und die aus dem Dorf, wir hätten
ihnen wollen Mores lehren, so wahr ich Hans Jürgen bin!«
    »Gott sei uns gnädig, das hätte Blut gesetzt!«
    »Wozu hat man denn Blut im Leibe? Blut soll's auch noch setzen. Wenn die
Herren im Lande es ruhig hinnehmen, wenn die Sippschaft im Havellande nicht
aufsteht, ich stehe auf. Ich schnüre mein Bündel ich ziehe fort, wo's Krieg
gibt, zu den Pommern oder zu den Polen, mir gleich. Reiter werden sie überall
brauchen; wenn es nur gegen den Kurfürsten losgeht!«
    Dass Hans Jürgen, wenn er sich zum Kriege werben lasse gegen den Kurfürsten,
auch gegen sein eigen Land kriegen müsse, fiel Agnes als nichts Unrechtes auf.
Dass er Einem absage, dem er Feind war, däuchte ihr ganz in der Ordnung, dass er
so ihres Vaters und der Ehre seiner und ihrer Familie sich annehme, sogar
lobenswert. Aber
