 jungen
Herren, wenn sie so dastehen, die Hände zur Seite in den Pluder gesteckt und uns
ansehen, es fehlte ihnen nur noch ein Rauchstück im Maule, wie der
Menschenfresser aus der neuen Welt, von dem sie erzählen tun. Siebzig Ellen
Tuch hat der älteste darin stecken, der zweite sechzig, und so geht's runter,
nicht aus Brandenburg, feines holländisches, geschljetzt ist's, und mit bunter
Seide gefüttert; wenn sie galloppiren, glitzert's in der Sonne wie Wolken von
Morgenrot, und mein Götz dagegen in dem alten Leder!«
    »Wenn Ihr es ihm vernünftig vorhieltet, was sagte er dazu?«
    »Er sagt, um solche Hosen sollte man mal den Beinharnisch schnallen. Aber
wie oft kommt es noch! Fehden soll's ja nicht mehr geben! Wir verbauerten ganz,
sagen die von Friesack. Das soll man von leiblichen Vettern sich sagen lassen,
und hat ein christlich Herz im Leibe. Weil wir nicht reich sind!«
    »Es ist gewiss ein löblich Streben, vor den Blutsfreunden in Ehren zu
bestehen.«
    »Ach, Herr Dechant, wer auf sich hält vom Adel, der schafft sich Pluderhosen
an. Und wenn wir nach Berlin reiten, die Bürgersleute schon, was prunkt das in
Tuch und Seide, und wie sehen sie uns an! Wir haben nicht viel, aber ehrlich und
adelig sein, das ist unsere Schuldigkeit. Und verlange ich denn, dass mein Herr
Pluderhosen anlegen soll! Ich weiß ja, was das kostet. Unvernünftig bin ich
nicht. Nur was zur Ordnung gehört. Weiß ich nicht so gut wie Jeder, was sie von
uns im Schloss zu Köln denken. Mein Götz liegt nicht auf der Landstraße. Seit wir
Mann und Weib sind, ein einzig Mal hat er mit Adam Kracht Einen von Magdeburg
geworfen. Seitdem nimmer mehr. Ich halte nichts davon, und wenn's auch nicht so
streng verboten wäre. Was kostet das Halten von Rüstzeug, die Knechte und
Pferde, und unsicher bleibt's immer, und wie oft lohnt es denn, wenn sie
wochenlang in der Heide lungern und fangen solchen Schelm von Krämer. Die andern
schlagen ihre Waren dafür auf, man muss's doppelt bezahlen, wenn man's braucht.
Ich kenne das, wer nicht hören will, mag fühlen. Die Itzenplitz sind wieder wie
toll draußen und könnten so gut leben. Seine kurfürstlichen Gnaden haben neulich
zu Spandow gesagt, sie könnten's jedem Edelmann anriechen, wer im Graben liegt.
Darum sehen sie Jeden misstrauisch an, der in Leder geht, und nun gar in solchem
Leder! Da kommen wir in schlechten Leumund, ohne Schuld, und können nichts
