, die ich zu reimen nicht imstande bin; doch - alles ist gut und
bedeutsam in der Welt, und wer weiß, wie sich dies noch einmal zurechtrücken
wird! Über was kann ich denn klagen, als dass ich ihn in dieser Abgeschlossenheit
nicht verstehe; das ist am End auch meine Schuld und nicht die seine. Und mir
selber kann ich dies auch nicht verdenken, da ich's bei allem guten Willen noch
nicht weiter gebracht habe, als mich zu verwundern und mir jede Missbilligung zu
verbieten, bis ich eines Bessern belehrt werde, was ohne Zweifel einst sein
wird, da mir noch so viel zu lernen und zu begreifen bevorsteht. Nun siehst Du,
mit meinem guten Weib werde ich gerechter werden, da sie mild ist und doch
unendlich lebensfrisch; da sie die Weltverhältnisse weit besser versteht als ich
und die große Lebensklugheit besitzt, an die menschliche Gesellschaft keine
Ansprüche zu machen, obschon sie allen Beziehungen in ihr genügen kann und mit
ihrem Wohlwollen immer gibt, wo sie verlangen könnte; und ihre Liebe niemals
aufdringt, in der Einsamkeit selbst ihren Reichtum an Geist niedergelegt hat, in
dem sie schwelgen kann und reicher ist als andre, die sich im Besitz der
Wohlhabenheit fühlen. Es wird kommen und muss kommen, dass sie das Eis schmelze,
denn sie ist der Frühling und hat den Geist des Belebens! - Und das gewinnt die
Herzen! Drum ist fürs erste mein Aufenthalt in Marburg mir wichtig grade um
Savignys willen, wenn das so kommen dürfte, dass er allem dem entspräche, was in
ihm sein muss, was ich aber nie zu Tag fördern konnte, wenn ich wirklich durch
meine Hast, durch meine Unbefähigung, bessern Menschen gerecht zu sein, allein
die Schuld trüge, dieser oft qualvollen ungewürdigten Stunden und Tage unseres
Zusammenseins! - Und Sophie, die ganz menschliche Freundin meiner Seele, baute
zwischen uns die Brücke eines edlen Verkehrs, wo nicht mehr eine grausame Ironie
mich mit ihren Pfeilen träfe. Liebes Kind, dann müssen wir's ihm auch hingehen
lassen, dass er Dich nicht mag! - Es wird kommen, es wird kommen die gewünschte
Frühlingszeit! - Nun sei froh und glücklich und grüße mir die neu verheiratete
Schwägerin.
    Eben erhalte ich Deinen früheren Brief aus Schlangenbad, der über Weimar
gegangen war. Ich bitte Dich herzlich, schreibe mir oft so, schreibe mir oft und
viel, Deine Gedanken ziehen so im Flug, als wären sie Vögel aus fremden,
heisseren Ländern. - Wie soll man ihrer habhaft werden, wenn nicht ein treuer
Freund sie auffängt! Spreche mir auch von Günderödchen, von Mariannen, die ich
ewig lieben werde. - Und noch eins. - Alles, was durch andre Leute von Sophie
