 schwarzen Kreide,
auch etwas weiße, auch englische ist mir lieb; es ist für einen armen Jungen
hier, der ganz vortrefflich zeichnet, schicke sie aber ja gleich. Von Savigny
hab ich keine Grüße an Dich, wenn Du etwa danach fragen solltest, ob er sich
Deiner noch erinnert. - Er hat seine Studien und seine Freunde, und denkt an
sie, wenn sie ihm ins Gedächtnis kommen, er schreibt öfter an Gundel,
vermutlich, weil er ihr manchen Rat gibt. Savigny, der immer helfend und
wohltätig ist, nützt ihr unstreitig viel. Dir kann er in dieser Weise nicht
nützlich sein, deswegen schreibt er an Dich nicht, ich finde das ganz natürlich,
da er in Sachen des Ungangs ganz anders denkt als ich, so würden wir uns oft
stören. Du verlangst ja wohl auch nichts weiter, als dass ich alles, was ich weiß
und für Dich gut finde, Dir von Herzen mitteile, und ich verlange, dass Du mir
traust. - Sei kein Allmein, schicke die Kreide, stelle Dich nicht so heilig,
nehme das Leben leicht und Deine Pflichten ernst, lerne mit vernünftigen Leuten
lustig und fröhlich umgehen und habe mich in vernünftigem Andenken.
                                                   Dein ehrlicher Bruder Klemens
Noch etwas! - Verphantasiere Dich nicht mit dem Gärtner! - Er ist ein guter
vernünftiger Bursche an seinem Platz, nämlich unter Kraut und Rüben. Es ist sein
romantisch Leben ganz gut mit den Blumen, das aber doch gewiss halb aus Deinem
Magen kommt. - Aber einen tüchtigen Kohl muss er mir doch auch ziehen und muss
seinen ordentlichen Respekt davor haben. -
                                Lieber Klemens!
Liebe Günderode! Denn, lieber Klemens, ich muss doch gewiss einen haben, bei dem
ich Dich verklage, Dir ins Gesicht kann ich's nicht alles sagen, was ich
Schlimmes von Dir weiß und aus Deinem Brief heraus sogleich entdeckt habe. Ach,
ich möchte gar zu gerne nicht pfiffig sein und lieber gar nichts merken, aber
wenn ich's nun einmal gemerkt hab, wie soll ich's machen, es übergehen würde
doppelt listig sein. - Also schreib ich's hier ans Günderödchen, da kannst Du
gleich erfahren, wie zwei Mädchen sich über einen listigen Jüngling lustig
machen. Also denk nur, Günderödchen, der Klemens ist eifersüchtig über den
Gärtner. - Lies nur diesen Brief von ihm, wo er gleich von vorne herein mir
meine Sentimentalität mit den Blumen vorwirft und wirklich die Vergleiche bei
den Haaren herbeizieht. Kartoffel, Gelerüb, Rose! - Und dann, ich wär
sentimental, und dann mir Heilmittel eingibt, ein halb Dutzend Paar leinerne
Stiefelstrümpf, an denen ich ein halb Dutzend Jahre knottlen soll, um mich zu
kurieren, und denk
