 können wir uns arrangieren, dass Sie weder
jetzt noch in der nächsten Zeit irgendeinen Vorschuss nötig haben, und das muss
Ihnen jedenfalls lieber sein.«
    »Das versteht sich von selbst.«
    »Ich habe nämlich schon oft daran gedacht, was Sie eigentlich mit Ihrem
alten Kastell und den umherliegenden Gärten tun mögen. Sie sind oft verreist,
und wenn Sie das alte Haus bewohnen, da geben Sie sich gar keine Mühe, darin
irgend etwas zu bebauen oder im Stande zu halten. Ich glaube fast, dass Ihnen die
ganze Besitzung zur Last ist. Ich kann zwar keinen großen Gebrauch davon machen,
wenn Sie aber wollen, so bin ich dazu bereit, Ihnen die ganze Geschichte
abzunehmen, und bezahle Ihnen das alles gleich in barem Gelde.«
    Der Baron fühlte, dass er sich in seinen Ahnungen nicht betrogen hatte. »Ich
danke Ihnen aufrichtig, Herr Preis. Sie irren sich indes; an meinem alten
Kastell hänge ich mit zu vieler Liebe, als dass ich mich davon trennen könnte. Es
ist das Haus, wo alle meine Ahnen wohnten, wo jeder Ort, wo jeder Stein, jedes
Fleckchen seine Erinnerungen für mich hat, Erinnerungen, welche die Freude
meines Alters sind. Ich könnte mich unmöglich davon trennen.«
    »So, das tut mir leid; man muss recht warm sitzen, wenn man sich so in alten
Erinnerungen einwickeln kann - verzeihen Sie - ich meine, Ihr Kastell muss ein
wohnliches Haus sein - es hat dicke Mauern, und dann der Efeu ringsherum - ach,
jawohl! Und wieviel Geld glauben Sie nötig zu haben?«
    »Sechs- bis achttausend Taler etwa!«
    »Also mehr nicht?«
    »Nicht mehr, Herr Preis.«
    »Und auf den Verkauf des Kastells würden Sie sich gar nicht einlassen?«
    »Ich bedauere recht sehr - -«
    »Ach, dann entschuldigen Sie, Herr Baron - sechs-bis achttausend Taler -
entschuldigen Sie einen Augenblick, ich werde einmal zusehen, wie es gerade mit
meiner Kasse steht, ob diese Summe disponibel ist - ich verleihe sonst nie
Gelder - in diesen schlechten Zeiten hat man seine Fonds gewöhnlich selbst nötig
- mit dem Kastell könnten wir indes ein Geschäftchen machen - besinnen Sie sich
noch einmal - entschuldigen Sie - -«
    Der Fabrikant verließ das Kabinett und schritt ins Komptoir. »Es ist
richtig!« murmelte er dem Buchhalter Weber ins Ohr.
    »Verkauft er das Kastell?«
    »Gott bewahre - der alte Narr will sich nicht davon trennen, er fängt von
alten Erinnerungen an zu sprechen und seinen Ahnen und Gott weiß wovon - es wird
einem ganz antik zumute, ganz muffig - ich werde sentimental, wenn ich das noch
länger anhören
