 wie Sie sehen, gar nicht nötig, gar nicht den Auftrag,
den alten Baron zu belästigen, und zweitens, wenn dies dennoch der Fall gewesen
wäre, so würde ich doch noch eine Quelle aufgefunden haben, aus der die Not des
Barons hätte gestillt werden können, ohne dass er seine letzten Güter zu
verkaufen brauchte.« »Ich verstehe Sie ganz, Herr Notar!«
    »Die Sache liegt also jetzt so, dass wir fortfahren müssen, den Baron zu
zwiebeln und zu zwacken, indem wir ihm alle Rettungsmittel unzugänglich machen -
wahrscheinlich wird er sich dann in kurzem ergeben. Sie bekommen das Schloss, Hof
und Garten zu einem billigen Preise, die Erben des Bankiers erhalten ihr Geld,
und ich mache die betreffenden Akten. Der Baron ist dann natürlich sehr geprellt
- aber das macht ja weiter nichts; wenn der Betrag meiner Forderung und die
sonstigen Schulden, welche auf dem Schloss haften, von der Verkaufssumme in
Abzug gebracht sind, so bleiben ihm auch noch einige hundert Taler, mit denen er
sich dann drücken kann.«
    »Es ist aber doch ein wahrer Jammer, dass Sie nicht geradezu den Auftrag
haben, die Sache als eine reine gerichtliche zu behandeln.«
    »Es ist wahr, wir würden dann gleich am Ziele sein, wir würden dann mit dem
Baron schnell fertig werden, aber vielleicht wäre dies doch nicht in Ihrem
Interesse, die ganze Angelegenheit würde dann publik, und Sie könnten bei der
Versteigerung des Gutes einige Mitbieter finden, die den Ankaufspreis unfehlbar
verteuern würden. Nein, ich glaube, dass es am besten ist, ganz unter der Decke
zu lavieren. Der Baron findet nirgends Geld - ich fahre fort, ihm im Namen jener
Erben zu drohen, und es sollte mich sehr wundern, wenn er das noch lange
aushielte, denn offenbar fürchtet er auch, die Sache öffentlich werden zu
lassen, und zieht es vor, sie in aller Stille zu beendigen, was wenigstens dann
dem Adel seines Namens nichts schadet.«
    »Das ist ganz vortrefflich, aber da fällt mir noch etwas ein: Sollte es
nicht möglich sein, den Erben jenes Bankiers die Forderungen an den Baron
abzukaufen - dazu wäre ich gern bereit, vielleicht macht sich das unter diesem
oder jenem Vorwand, und jedenfalls sind wir dann unsrer Sache gewiss.«
    »Sie haben recht!«
    »Nicht wahr? Statt Ihrer fingierten Drohungen im Namen der
menschenfreundlichen Erben machen wir dann einen sehr kategorischen Sturm von
s meiner werten Persönlichkeit Friedrich Preis!«
    »Allerdings!«
    »Und was glauben Sie - sollten diese Erben meinem Beutel widerstehen können,
sollten sie nicht mit Vergnügen den Baron zugrunde gehen lassen, wenn ich ihnen
ein paar tausend Taler blank auf den Tisch zähle
