
hinter ihnen aufwirbelnde Staubwolke. Da tat es ihm im Herzen weh, und er konnte
nicht aufhören, in den Staub zu sehen, hoffend, der Wind möchte kommen und den
Staub verjagen, noch einmal könne er das Meitschi sehen; und lange war Staub und
Wägeli verschwunden, und immer noch sah Resli ins Weite, und immer wirser tat es
ihm im Herzen. Es dünkte ihn da, wie wenn ein Mühlstein darauf läge, und der
Staub biss ihn in den Augen wie noch nie. Tausend Pfund reuten mich nicht, dachte
er, wenn ich wüsste, wer die wären.
    Als er dieses dachte, merkte er hinter sich das Stubenmeitli. »Mach mir die
Ürti«, sagte er rasch, als ob er fürchtete, dasselbe lese an seinem Rücken die
Gedanken in seinem Herzen. »He, es ist fünfundzwanzig Batzen«, sagte dasselbe.
Während es das dargelegte Geld nachzählte, dünkte es Resli, er möchte doch noch
etwas wagen, und sagte: »Was sind das für Leute gewesen?« » Das ist der
Dorngrütbauer, er wohnt da in den Dörfern unten, exakt in welcher Gemeinde, weiß
ich nicht, aber es soll ein gar grusam Reicher sein. Du hast dich aber
überzählt, es sind zwei Batzen zu viel, fünfundzwanzig Batzen habe ich gesagt
und nicht siebenundzwanzig.« »So behalte sie«, sagte Resli, »ich begehre sie
nicht wieder.« »Du bist ein seltsamer Bursch«, sagte das Stubenmeitli, »die
Meisten wollen mir zu wenig gehen, und du gibst mir zu viel. Aber ich will es
nehmen, ich mangle es übler als du, und du sollest Dank haben z'tausend Malen.
Aber weißt du, was ich noch lieber möchte als die zwei Batzen?« »Nein«, sagte
Resli. »Einen mit dir haben möchte ich, du kannst es bsunderbar wohl. Willst?«
»He, meinetwegen, öppe einen«, sagte Resli. »He nu so de, Gyger, so mach denn
fry e lustige, aber gschwind! Sonst, wenn die Wirtin merkt, dass ich tanze, so
kommt sie und nimmt mich bei den Züpfen; sie ist heute aber gar eine böse, und
ich will lieber, sie komme nicht dazu.« Nun ging sTanzen los, und das Meitschi
ward selig, tat Sprünge wie ein junges Böcklein, vergaß aber doch nicht, trotz
seines Glückes in einer Pause zu fragen: »Woher kommst du?«
    Da dünkte es Resli erst, wenn seine erste Tänzerin nicht wisse, woher er
komme, so brauche es die gegenwärtige auch nicht zu wissen, aber bald besann er
sich eines Bessern und gab seinen Stammsitz an
