, hatte Änneli gesagt, und
jetzt konnte es wirklich nicht fort. Die Kinder, und besonders das blasse,
blonde, hatten es gefesselt, es war ihm, als ob es ihre Großmutter wäre und als
ob Gott, wenn es sie verliesse, sie aus seiner Hand fordern würde. Dieses sagte
Änneli Annelisi freilich nicht, sondern anderes; aber es ist ja so häufig so,
dass wir viel sagen, aber gerade das nicht, warum wir etwas gesagt, warum wir das
wollen und nicht was anderes. Von wegen, was wir nicht wissen, können wir nicht
sagen, und wie oft geschieht es uns nicht, dass wir etwas wollen, wir wissen
nicht warum, der Entschluss steigt uns auf als wie ein Gespenst aus dunkelm
Schlunde, und erst wenn es so da vor uns steht, suchen wir nach Gründen, sein
Dasein zu rechtfertigen.
    Eine rechte Reisbrühe zu kochen für diesen Fall wüsste niemand, sagte Änneli,
man koche das Ding gewöhnlich ein wenig, aber den Reis verkoche man nicht; wenn
man anrichte, so sei das lautere Wasser obenauf und der Reis hocke ganz am
Boden, und dHauptsach bei einer solchen Brühe sei, dass sie schleimicht sei,
anhänke in den Därmen, wie der Doktor gesagt habe; eine solche Brühe wolle es
selbst kochen. Dann müssten die Kinder Dokterrustig nehmen; die Frau sage zwar,
man könnte innen nichts beibringen, sie nähmten nichts. Das müsse nun sein, und
wenn sie jemand etwas abnähmen, so nähmten sie es von ihm, sie seien jetzt an
ihns gewöhnt, und es wolle das einmal probieren. Es gehe ihm schier leichter,
jetzt hier zu bleiben, als heimzulaufen. Am Morgen könnten sie ihm dann Ross und
Wägeli schicken, und wenn jemand kommen wolle, ihns abzulösen, so sei es ihm
recht, daneben, wenn einmal die Sach im Gang sei, so werden sich wohl Leute aus
der Nächsemi zeigen. Aber vergessen solle man nicht, noch Haberkernen zu bringen
und von denen Bettdecken eine, wo im Spycher hingen.
    Gäb was es sich sträubte, Annelisi musste gehen, und gäb was die arme Frau
dagegen einwandte, Änneli blieb als Wärterin. Sie dürfte das nicht annehmen,
sagte die Frau, sie wüsste nicht, wie es vergelten. Öppe so bei einer Kindbetti,
da wollte sie nichts sagen, da sei es der Brauch, da hätte öppe eine Frau die
andere nötig, und sie sei manchmal froh darüber gewesen, aber bei einer solchen
Krankheit hätts afe ke Gattig. Wenn man das Trinken auf den Ofen stellen wollte,
so wollte sie sehen, wie sie es mache. Sie weinte, als Änneli auf seinem Willen
bestand, und meinte, sie hätte nicht geglaubt,
