 luege mr nit a dUhr, mir luege i Kuchischaft, wenn nüt
drin ist, su hört me koche, sygs de zwölfi oder nit«; wo es so ist, da denke man
sich das Elend bei einer Krankheit, wo Reinlichkeit, Wäsche Wechsel, Diät und
Pflege die Hauptsache sind!
    Als nachmittags die Leute heim waren aus der Predigt, machte Änneli sich
auf; niemand widerredete mehr, aber sie boten ihm alle das Geleit an, und als es
keins annehmen wollte, baten sie dringlich, es möchte an sein Alter denken und
bald heimkommen.
    So hatte es sich Änneli, welches doch schon bei vielem Elend gewesen, nicht
vorgestellt, wie es es fand, dass so alles in allem fehlen könnte, sich nicht
gedacht. Es hatte allerlei mitgebracht, also Reis, etwas Wäsche für die Kinder,
Brot und selbst in einer Flasche Nidle, weil es gehört hatte, dass sie
drangstillend (einhüllend)sei. Aber Holz fand es nicht, Butter fand es keine, an
Wäsche und Reinigungsmitteln einen schauderhaften Mangel, so dass es ihm fast
übel ward. Es waren allerdings, besonders weil es Sonntag war, auch Menschen da;
Einige hatten etwas mitgebracht, Brot, Lebkuchen, selbst Fleisch, und zwar
gesalzenes und geräuchertes, andere legten einen Batzen oder sechs Kreuzer dar
und jammerten: »Herr Jemer, wie sieht das aus, da hielte ichs wäger keine Stunde
aus, nein, das ist afe grüslig.« Andere leisteten einige Handbietung, sagten
dann, sie müssten heim, es koche sonst niemand, aber wer ihre Stelle vertrat
hier, darum kümmerten sie sich nicht. Man ging ab und zu, frug, antwortete,
urteilte dass wahrscheinlich alle stürben bis vielleicht an die Alte wenn sie es
ausstehen möchte, aber die Sache in die Hand nahm niemand, ehe Änneli kam.
    Änneli band das Stückwerk aneinander. So einer verständigen Hausfrau ist es
unmöglich, in der Unordnung zu sein, es ist ihr zum Instinkt geworden, jedes an
seinen Platz zu stellen und die vereinzelten Tätigkeiten zu einem Ganzen zu
ordnen, wo keine Kraft der andern entgegenarbeitet, sondern eine der andern vor
und in die Hände. Und das tut so eine erfahrne Hausfrau nicht dadurch, dass sie
mit vielem Reden daherbraust wie eine Windsbraut, dass sie unter die Leute fährt
und sie auseinandersprengt wie ein Wirbelwind, der über das Heu auf dem Felde
kommt, sondern das geht fast auf die Weise, wie unser Schöpfer es macht; es
steht jedes auf seinem Platz, es weiß eigentlich nicht wie, und jedes bildet
sich ein, es hätte eigentlich den Anstoß gegeben und wenn es nicht dagewesen
wäre, so wäre es viel z'übel gegangen; was ihm, wäre kem
