 gedauert, und an Essen und Trinken sei nichts gespart worden, man
hätte landauf, landab davon geredet. Aber dann hätte es auch Hochzeitgeschenke
gegeben, dass es ihnen selbst darob übel gegruset hätte. Zwei Tage lang hätten
sie mit Abnehmen nicht fertig werden können und noch Leute zur Hilfe anstellen
müssen; aber ein berühmterer Bauernort sei auch noch nie gewesen das Land auf,
das Land ab.
    Einen solchen Hof, von den schönsten einen und ganz bezahlt und manchtausend
Pfund Gülten dazu, das finde man nicht allenthalben. Sie hätten es aber nicht
für sich alleine, die wüssten noch, dass die Reichen Verwalter Gottes seien und
von dem erhaltenen Pfund Rechnung stellen mussten. Wenn jemand sie zu Gevatter
bitte, so sei es nie Nein, und die meinten nicht, seit das Holz so teuer sei,
hätten arme Leute keines mehr nötig. Die Diensten hätten ihre Sache wie nicht
bald an einem andern Ort; da meinte man noch nicht, es müsse alles an einem Tage
gearbeitet sein und dazu sei es schade um ein jegliches Tröpflein gute Milch,
welches ihnen vor die Augen komme.
    Kurzum das seien rechte Leute, und einen Frieden hätten sie unter sich, wie
man sonst selten antreffe; da sei das Jahr aus, das Jahr ein lauter Liebe und
Güte, es hätte noch niemand gehört, dass eins dem Andern ein böses Wort gegeben.
Wenn es unter der Sonne Leute gebe, welche es hätten, wie sie wollten, und
nichts zu wünschen, so seien es die; öppe glücklichere Leute werde man nicht
antreffen.
    So urteilten die Leute und hatten dem Anschein nach vollkommen recht, und
doch war auch hier wahr, dass jedermann seine Bürde schwer finde und dass den
meisten Lebensbürden die Eigenschaft anwohne, dass sie immer schwerer werden, je
länger man als Bürde und ununterbrochen sie trage, dass ihre Last zu einer
Unerträglichkeit sich zu steigern vermöge, in welcher jedes andere Gefühl, jedes
Glück und jede Freude untergeht. Allerdings hatten sie sehr lange, was man so
sagt, recht glücklich mit einander gelebt; doch war es auch wahr geblieben, dass
an allen Orten etwas sei, aber dieses Etwas blieb nur vorübergehend, ward nicht
zur andauernden Empfindung und kam nie vor die Leute.
    Es ist kurios, wie das, was die Menschen im Allgemeinen so oft gegen
einander aufregt, so gerne trennend ebenfalls zwischen Eheleute kommt; ich meine
das zeitliche Gut. Nur wo ein Instrument rein gestimmt ist, klingt es bei
kundiger Berührung rein wider, wo aber das Instrument unrein geworden, antwortet
es misstönend auch der kundigsten Hand, auch bei der leisesten Berührung. Es
scheint, das Verhältnis zweier Eheleute, wo Beide ein Interesse haben, Beiden
das Gut gemeinsam gehört, Beide jeglichen
