 ihn, es
wäre jetzt genug gölgötzet u es wäre Zeit, wieder etwas zu machen, hätten sie
doch fast einen halben Tag versäumt; dann ging er vom Hause weg, hinter ihm
drein sein roter Mutz.
    Rasch liefen Reslis Rosse, immer rascher rollte sein Blut in den Adern, und
je rascher es rollte, umso heißer ward es, umso langsamer schienen ihm die Rosse
zu laufen. Hand und Fuß juckten ihm unwillkürlich, zum schnellsten Jagen die
Pferde zu treiben. Es kochte in ihm auf glühendem Herde in einem Kessel
beisammen Zorn und Weh, Liebe und Leid, Stolz und Demütigung, und wie der Wind
die Glut erhitzt, ließ das schnelle Reiten den Brand unterm schauerlichen Kessel
immer heißer erglühen.
    Es ist allerdings ein eigentümliches Heimgehen oder Heimreiten mit einem
Korbe auf dem Rücken, sei derselbe nun ein grober oder ein feiner, sei er von
den Eltern geflochten oder des Mädchens selbsteigenen Händen; immerdar wird er
ähnlich sein einem Stück Schwamm, der auf unserm Herzen gleichsam als auf einem
nassen Feuerteufel sitzt, dasselbe zischen und Funken sprühen lässt, dass es ein
Graus ist. Natürlich zischen nicht alle Feuerteufel gleich, die einen haben mehr
Pulver als die andern, und auch nicht alle Funken haben die gleiche Farbe, aber
sprützen und spretzeln, mehr oder weniger, tut jeder allweg. Ein Korb ist
jedenfalls ein dumm Ding, ein Nasenstüber, eine Demütigung, ein Urteil, dass man
einen nicht möge, nicht wert sei, die Schuhriemen aufzulösen, es ist ein
Dämpfer, der einem aufgsetzt wird. Ob diese Körbe handfester oder zierlicher
seien, mit verzuckerten Mienen gegeben werden oder mit höhnischen, darauf kommt
wenig an, das Hauptgewicht liegt anderswo.
    Ist der Korb nichts als das Fehlschlagen einer Spekulation, gleichsam das
Ablecken des Pulvers auf der Pfanne, so ists richtig eine fatale Sache; eine
verfluchte, sagt man, wird taub über Meitschi und Eltern, aber da es halt so
ist, so schüttet man anderes Pulver auf die Pfanne, räumt vorsichtiger das
Zündloch und sucht aufs neue zum Schusse zu kommen, am liebsten natürlich auf
eine fette Wildsau oder ein blankes Rebhühnchen; wer aber gar zu taub ist, lässt
sich verleiten und schießt auf den ersten besten Spatz. Solche Schüsse gehen
gerne los, worob aber niemand mehr erschrickt, als wer sie selbst losgedrückt.
    Anders gestaltet der Feuerteufel sich, wo er mit Liebe halb oder ganz
getränkt ist; der ist nässer, sprüht langsamer, aber länger, und wehmütig
flimmern die Funken, und betrübte Gedanken streifen, durchkreuzen den Horizont
der Seele. War man zu wenig hübsch, zu wenig reich, zu wenig vornehm, zu wenig
galant und elegant? Ach, und auf solche Lumpereien und Nebendinge achtet die
Welt
