
    »Mutter, es ist nicht Eigensinn, aber ich habe die Sache wohl überlegt. Wir
haben öppe ein Hauswesen, wie wir uns dessen nicht zu schämen brauchen; wir
haben genug, und für andere Leute ist auch etwas da, so ists bei Mannsdenken
gewesen und soll so bleiben, solang wir hier sind. Es würd öppe am enen iedere
von uns wehe tun, wenns ändern sollte. Dort unten haben sie ganz andere Bräuche,
und die begehre ich nicht hierherauf, sie wären mir und euch nicht anständig.
Und dann würd es auch viel Lachens geben deretwegen; die Leute würden öppe
z'reden haben, und selb begehre ich auch nicht. Meine Frau kommt in mein Haus,
und da soll sie öppe fortfahren, wie ich mich gewohnt bin, wie es mir anständig
ist; das, mein ich, sei nicht über Ort. Das muss sie aber alles lernen, sie weiß
von unsern Bräuchen nichts, sie muss sich selbst zuerst daran gewöhnen. Und
unsere Mutter ist öppe eini, wo ein Söhniswyb öppe mit der Liebi nachziehn wird,
wie öppe nit en iederi. Sie wird nicht alles an einem Tage wollen, sie wird
Geduld haben, sie hat ja von je mit uns allen Geduld gehabt, wir haben sie öppe
erfahren, seitdem wir leben; auch ein Söhniswyb wird nicht bös Sach bei ihr
haben und im Trab sein, ehe es daran denkt, wes e kly Vrstand het und dr Friede
bigehrt. Soll aber meine Frau gleich das Heft in die Hand nehmen, so nimmt sie
es, wie es daheim üblich war, frägt vielleicht die Mutter einige Male, und
andere Male vergisst sie es. Sagt ihr die Mutter ungfragt, was nicht recht ist,
wer weiß, wie sie es aufnimmt und ob sie nicht meint, die Mutter wolle sie
kujonieren und es gehe sie nichts mehr an. Und muss ich es ihr sagen: Die Mutter
hat es so gemacht, so sind wir es gewohnt, frag doch die Mutter, wer weiß, wie
sie das dünkt, ob sie nicht im Herzen denkt, sie könne nichts recht machen, ob
sie nicht schalus wird und meint, ich habe die Mutter lieber als sie, und dann
sich und Andern das Leben schwer macht mit Plären und Dublen oder sonst Wüsttun.
Und wenn wir nichts sagten, es verdrückten, so wären wir auch nicht wohl dabei,
und Zufriedenheit wär keine.«
    »Oh, so wird sie doch nicht sein, du wirst doch wohl wissen, an wen du so
gesetzt hast«, sagte der Vater. »Vater, was weiß ich«, sagte Resli, »die Mutter
kenne ich und ihr darf ich vertrauen, sie wird mir öppe es
