 barfuß laufen, weil der Großvater ein
Schelm gewesen an seinen eigenen Geschwistern, Geschwisterskindern oder andern
Leuten. Das möge er nicht, und wenn er mehr Kinder gehabt oder wenn Christeli
hätte heiraten wollen, so hätte er nicht begehrt, sie daheim zu behalten, und
gemeint, sie müssen für den Jüngsten den Hof werchen und ihre beste Zeit für ihn
verbrauchen, sondern sie hätten etwas für sich anfangen müssen, und er hätte
ihnen wollen zweghelfen. Es dürfe einer nicht vierzig Jahr alt werden aufs
Vaters Hof, wenn er einmal davon müsse und fortkommen solle; es müsse einer in
die Welt hinaus, während er noch klebrig sei; wenn einer einmal gstabelig
geworden, so sei es ustubaket, er brauche, was er habe, und dann müssten andere
Leute ihm helfen. So gehts! Was recht sei, müsse Resli haben, sie gönnten es ihm
alle; aber mehr als recht, das möchten sie ihm nicht gönnen, dazu sei er ihnen
z'lieb, und denen unterm Herd möchten sie es nicht zuleid tun.
    Das brauche er nicht halb so spitz zu nehmen, sagte der Dorngrütbauer, es
werde öppe e jedere dWehli ha, z'säge, was er denk, und mache werde auch ein
jeder können, was er wolle, dazu werde es nicht zu spät sein. Aber so dem ersten
besten Fötzel und Schuldehung gebe er seine Tochter nicht; sie hätten es gehört,
und gseit syg gseit.
    Darauf sprach Änneli: Er solle verzeihn, Christen hätte es nicht bös gemeint
und nur so beispielsweise geredet, er hätt minger o chönne, es syg wahr. Aber
einen Schuldenhung gebe Resli doch nicht. Wenn er den Hof um sechzigtausend
Pfund übernehme, so werde er nicht zehntausend Pfund darauf schuldig, daran
zahle ihm der Wald das Meist, und wenn er den Hof verkaufen wollte, was aber
neue nit z'denke sei, so hätte er de fry viel mehr g'erbt als die Andern.
DSchulde werden ihn nie plagen, es mög gehen wie es wolle, und viel Bauern, die
es besser machen können als er, würd es nicht geben, und es wär noch mancher
froh, er hätte es so. Dann müsse man auch nicht vergessen, dass von dem viel,
leicht, wenn man öppe grecht und billig handle, noch viel vorume chömm; es sei
noch Keins von den Andern geheiratet, »und ob es eins tut, weiß man nicht, aber
mir Wüsttun könnte man es zwängen. Aber was meinst du dazu?« wandte sich Änneli
zu Anne Mareili, »dih geihts am nächsten an und hast doch kein Wort noch dazu
gesagt.«
    Diese unerwartete Frage erschreckte Anne Mareili wie ein Kanonenschuss, der
ungsinnet
