 ein, und er hatte durchaus kein Arg.
Änneli aber traute nicht und sagte: Sie könne nicht helfen, aber sie traue der
Sache nur halb, es treffe fünftausend Pfund an, und mit dem sei nicht zu spassen;
sie hilfe noch zu einem rechten Mann zu Rat zu gehen, man sei nie z'vorsichtig.
    Aber Christen redete ohnehin nicht mehr, als er musste, und von Geschäften so
ungern als möglich, weil er nicht gerne verriet, dass er gar nichts kannte, denn
er schämte sich seiner Unwissenheit doch, wenn er schon seine Kinder nicht
begehrte geschickter zu machen. Zudem wusste er nicht, wem er trauen sollte, wenn
er sich auf seinen Ratgeber nicht verlassen konnte. Wenn der ein Schelm an ihm
sei, so glaube er denn gewiss, es sei kein braver Mensch mehr in der Welt, und
was es ihm dann nütze, Mühe zu haben und herumzulaufen, wo man ohnehin alle
Hände voll zu tun hatte; so redete et. Christen war allerdings auch misstrauisch,
aber eben deswegen suchte er nicht neue Vertraute, sondern hielt am Glauben
fest, wenn der alte Ratgeber treulos sei, so sei keine Treue mehr auf Erden; den
habe er doch probiert auf alle Wege, es dünke ihn, er sollte es mögen halten. Da
Änneli das Wüstest alles nicht machen wollte, so ging richtig die Sache vor
sich, und alles schien gut, denn lange Zeit sagte kein Mensch, dass es nicht gut
sei.
    Nach mehreren Jahren erst fing die Sache an sich zu rühren; allerlei unter
der Hand wurde geredet, und aus der Gemeindratstube heraus schlich, man wusste
nicht wie, das Gerücht, Christen hätte sich gröblich verfehlt mit Vogtsgeld, es
werde ihm an die Beine gehen um viel tausend Pfund. Änneli, die zwar selten von
Haus kam, aber doch alles vernahm, nicht nur was ging, nicht nur was geredet
wurde, sondern noch ds Halbe mehr, vernahm also bald: Es heiße, es ginge
Christen grusam an die Beine, und wenn er nicht so reich wäre, so möchte es ihn
lüpfen. Änneli erschrak gewaltig, obgleich sie wusste, dass es so übel nicht gehen
konnte, und Christen musste auf der Stelle zu seinem Faktotum und ernstlich
fragen, was an der Sache und ob da etwas zu fürchten sei, von wegen, er möchte
lieber zu der Sache tun, ehe es zu spät sei. Der nun lachte ihn aus, dass er doch
auf solches Weiberdamp hören möge, es wäre gut, wenn alles so sicher wäre wie
das. Da sei er ihm gut dafür, dass es ihm keinen Liar kosten werde, und wenn noch
jemand etwas sage, so solle er sie zu ihm
