 müsse glauben, das sei nicht von ungefähr gewesen,
darum habe er auch Mut zum Glauben, es komme alles gut, denn wenn sie nicht
zusammenkämen, so wüsste er doch nicht, warum alles so gegangen wäre. Anne
Mareili hatte Mühe, sich darein zu finden, dass Resli gewusst, wer es wäre, und
doch so lange bei ihm sich nicht gekündet; wenn es ein Bub gewesen wäre, das
hätte es nicht übers Herz bringen können, sagte es. Jetzt könne es es begreifen,
und es wolle ihm verzogen haben, aber so recht lieb müsse er ihns haben, lieber
als alles in der Welt, gerade auch so, wie es ihn lieb haben wolle, sonst hätte
es den Mut nicht, so recht sich zu wehren und anezstoh. »Aber, dass ich doch
frage, wie muss die Sache gehen, und was willst du jetzt vornehmen?«
    Guter Rat war da teuer und um so mehr, da Anne Mareili meinte, es sei kein
Zögern, kein Aufschieben, weil Kellerjoggi sich jüngst nachgiebiger gezeigt und
dem Vater verheißen, wenn er nur verkünden lassen wolle, so wolle er mit dem
Verschreiben sich auch nicht eigelig machen, sondern sich öppe nachela, dass man
zufrieden sein könne. Ein langes Unterholzen war da nicht tunlich, es musste
rasch zu Werke geschritten werden, und da schien es endlich Resli am
männlichsten und am besten, wenn er geradezu selbst käme und dem Dorngrütbauer
die Tochter abforderte; dann aber müsste Anne Mareili zu ihm stehen und bekennen,
sie seien einig und es wolle keinen Andern. Anne Mareili hätte es besser
gefallen, wenn der Vater gekommen wäre, es hätte sich besser im Hintergrunde
halten können, es wäre der Sache nicht so geradezu auf den Leib gegangen
gewesen, hätte nicht geheißen: Vogel friss oder stirb. Mädchen scheuen dieses
Geradeaus, kommen lieber hintenum zur Sache oder so bei Längem, süferli, wie
eine Katze zur Maus; so geht es freilich oft leichter, aber es ist doch nicht
jedes Mannes Sache, und auch oft kommt man vor lauter Umwegen nicht zur Sache.
    Dann kam es natürlich aus, wo es gewesen, und darauf konnte es zählen, dass
es, solange es noch daheim war, kein gut Wort mehr bekam. Wenn es sein müsse,
sagte Anne Mareili, so wolle es sich in Gottes Namen darein schicken ihm zulieb,
wenn er ihm schon ein ganzes Jahr nicht nachgefragt hätte. Aber es sehe voraus,
es gehe nicht, und dann noch einmal etwas zu versuchen, werde bös sein, es werde
so wohl der Kübel auf einmal ausgeleert werden. Jedenfalls solle er nicht böse
werden, manierlich bleiben, man möge ihm sagen was man wolle, damit man keinen
