 wie üblich, aber viel davon habe ich nicht gemerkt, ich sags mit Leid.
Du glaubst nicht, wie es mir manchmal angst wird unter unserem Strohdach, wo man
den ganzen Tag flucht, selten ein Gebet verrichtet wird, wo über Tisch geredet
wird, dass einem düecht, es sollte den Wänden übel werden, und selten ein Mensch
zum Nachtmahl geht. Wenns donnert oder wenn ich nachts denken muss, wie leicht
ein Funke nebenausfallen und wir alle verbrennen könnten, ehe nur jemand das
Feuer merkte, und die Hölle so uns anginge schon bei Lebenszeit, dann wirds mir
so angst, dass ich kein Aug voll schlafen kann, dass ich im Hause herumgehen muss,
zu sehen, ob nicht irgendwo noch Feuer ist; und wenn ich nichts finde und mich
niederlege, so dünkt es mich, ich rieche Rauch, muss von neuem auf, und der
Morgen kommt, ehe ich mir trauen darf im Bette. Und meine Furcht darf ich nicht
merken lassen, sie lachen mich sonst aus, halten mir vor, ich sehe mich nach
Kiltern um, und wenn ich sonst etwa sage, man solle doch öppe auch denken, dass
einer ob uns sei und es wäre gut, wenn man auch etwas mehr daran sinnete und
darum täte, so sagt man mir, ich solle nur zu mir sehen, und so dumms werde ich
doch nicht sein, alles zu glauben, was der Pfaff sage, und zu meinen, alles sei
wahr, was geschrieben stehe; da wäre ich ja ein Aff, und dere seien heutzutage
nicht mehr viel, sie seien rar. Da gruset es mir manchmal, dabei zu sein, du
glaubst nicht wie, und ich habe den lieben Gott schon manchmal gebeten, er solle
mir da weghelfen, und jetzt will er mir dazu helfen, aber wie! Noch an ein viel
ärger Ort.«
    »Nit, nit«, sagte Resli, »vrsündige dich nicht; der liebe Gott lässt sich
nicht so mustern und dr Marsch machen wie ein anderer Mensch, und wenn man
selbst das Rechte breicht, so ist das, was er einem schickt, immer gut, aber
eben aufs Breichen kommt es an.«
    »Ich kann weiß Gott nicht helfen«, sagte Arme Mareili, »aber denk doch nur,
wie es einem sein muss, so in aller Himmelangst, das Elend vor sich, und ein Tag
nach dem andern kommt näher, und hinten eine Wand und neben Wände, oben der
Himmel vermacht und nirgends eine Hand, die aufbricht, dass man fliehen, dem
Elend entrinnen kann. Denke, wenn man selig sterben möchte, und bei lebendigem
Leibe schon wird man dem Satan zugeworfen; denk, wie wäre
