 im Kopf gewesen, dass ich mich
dessen, was außer mir gegangen, nichts geachtet und dass ich hätte plären mögen,
wenn die Sonne am schönsten geschienen. Wohl, das begreife ich. Du hättest also
nichts gegen mich und begehrtest mich zu heiraten, wenns nur an dir wäre?«
    »Rede mir nicht davon«, sagte Anne Mareili, »es macht mir das Herz nur
schwerer; ohnehin wenn ich dich ansehe, so muss ich immer an den Kellerjoggi
denken mit seinen Augen, die immer tropfen wie ein alter Weinhahne, und wenn ich
an ihn denke, so chunt mih ds Briegge a.«
    »Lybstalbe gefiel ich dir also besser als der alte Unflat?« frug Resli.
    »Gang mr«, sagte Anne Mareili, »selligs z'frage!«
    »Aber wenn dr Alt my Lyb hätt, so wärs dr recht?«
    »Wenn ich gewusst hätte«, sagte Anne Mareili, »dass du nur daran Freude
hättest, mich zu plagen, so wäre ich nicht gekommen, und hättest mir noch
zehnmal Bscheid machen lassen. Nein wäger, es ist mir nicht nur Lybstalb, dass
mir Kellerjoggi zwider ist. Ich weiß nicht, aber es düecht mich manchmal, ich
könnte mich in alles schicken, wenn er nicht so wüst gegen alle Menschen wäre
und alle Laster an sich hätte. Oh, es ist ein schreckliches Dabeisein, wenn man
immer das denken muss, es vrfluchen einen alle Leute und kein Mensch bete für
einen, und einem dabei die Hände gebunden sind, dass man auf keinen Weg öppe gut
machen kann. Davor gruset es mir am meisten, denn ich weiß wohl, das kann ich
nicht so in der Geduld annehmen, sondern ich ertaube auch, und was ich dann
anfange, weiß Gott! Und deretwege habt ihr ein gutes Lob, wie ich vernommen, und
rechtschaffen geht es bei euch zu; da könnte man Guts lerne, und ich mangelte
das so übel, ich gspürs wohl, wie nötig ich es hätte. Und deretwege, ich will es
aufrichtig sagen, habe ich mehr als Lybstalb an dich gesinnte; 's düecht mich
immer, wenn es Gott so gut mit einem meinte, als es heißt, er sollte einen nicht
so dem Teufel lassen vor die Füße werfen, wo man doch deutlich weiß, dass es der
Hölle zu geht.«
    »He«, sagte Resli, »der liebe Gott wehrt sich nicht für dich, du musst dich
wehren. Aber wer weiß, wenn es dir mit deinen Reden recht ernst ist, so könntest
du vielleicht auch sinnen, der liebe Gott hatte uns zusammengeführt so
ungsinnet, dass du dich an mir halten und ich für dich
