, sei nicht wie die Andern, die gönne armen Leuten
noch es Brösmeli und mög auch noch reden mit ihrer Gattig Leuten. Es nehme sie
nur wunder, wo die Bäuerin die aufgelesen hätte, oder ob es dann möglich sei,
dass eins so aus der Art schlagen könne; wo Holzäpfel wüchsen, finde man sonst
nicht Zuckerbiren. Sei es wie es wolle, das Meitli sei bravs, und wenn sie etwas
dazu machen konnte, dass es einen recht braven Mann kriegte, so wärs ihr die
größte Freud, nur damit sie es nicht zwängen könnten mit dem Uflat. Nit, das
Mädchen daure sie auch, aber dass sie den einmetzgen und noch reicher werden
könnten, so ring und ohne Mühe, das absonderlich möge sie denen nicht gönnen.
    Natürlich fragte Änneli rasch, was das sei mit dem Heiraten, und sagte zu
Resli: »Hasts gehört?« Der blieb kaltblütig und sagte bloß, es werd öppe nit sy;
dLüt redete gar viel, während der Tag lang ist. »Wohl freilich, du Lecker«,
sagte die Wirtin, »ist etwas an der Sache, ich würde es sonst nicht sagen. Und
dir ist das auch nicht ein Tun, du hättest sonst gestern abend nicht so die
Faust gemacht und geflucht, als ich es dir erzählt habe.« »Was ists dann?«
fragte Änneli ungeduldig. »He was ists«, sagte die Wirtin, »'s ist eine alte
Geschichte, die immer wieder fürechunt und neu wird; ds Meitschi soll ihnen nur
Räf oder Kratten sein, um neues Gut auf den alten Haufen zu kräzen. Da ist da
drüben zu Schüliwyl ein alter Uflat, aber ein reicher, er hat schon drei Weiber
gehabt und alle mögen. Ihm gönnt er, aber Andern nichts, und vor Hässigi kann
niemand bei ihm sein. Er hat einen Haufen arme Verwandte, denen das Erben so
wohl täte und die deretwegen das Unmögliche verwinden, ihm um keinen Lohn und ds
halb Esse werche wie dHüng, aber zuletzt doch alle fortlaufen. Er lockt sie,
macht ihnen das Maul süß und spricht, statt ihnen Lohn und Essen zu geben, von
Einist und vom Verschreiben und plagt sie dabei so mit Werchen und Hunger und
allem Wüsten, dass zuletzt doch Keins aushält und fortläuft, und nicht genug, dass
er dann jedem nachruft: Wart du Hung, wasd bist, keinen Kreuzer musst du von mir
haben!, er vermalestiert und verbrüllet ein jedes noch obendrein, dass es ein
Graus ist, und Keines kommt von ihm, dass es nicht ein Schelm sein soll und Gott
weiß was noch. Der Teufel hätte den längst nehmen sollen, aber es heißt, er
wolle warten,
