 nimm zerst
und iss. Meitschi, schenk ein und gib ihm, ich habe noch den Schweinen ob, habe
gedacht, es gehe in einem Feuern zu.« Aber es war ihr nicht sowohl um die
Schweine, als um dem Vater es zu sagen, der immerfort brummte, dass man Leute
heimbringe und nicht wisse, was für Fötzeln es seien, gerade auf dem Wege komme
man ins Brüll und mache sich einen schlechten Namen. Als er hörte, für wen Resli
sich ausgab, sagte er: »Wenn es wahr ist, so kommt er von einem rechten Orte
her, aber es hat sich schon manchmal einer für den Andern ausgegeben, und je
eher er fortkömmt, dest lieber ist es mir. Wenns dr Kellerjoggi vernimmt, es
weiß kein Mensch, was er sagt. Sorg ha muss man, Frau, du weißt doch, wie misstreu
er ist.«
    Drinnen machte Anne Mareili die Hausfrau mit Servieren und Pressieren, und
was das Trauliche dieses Amtes erhöhte, war, dass Anne Mareili alles zum Bette
bringen musste, das Kacheli hielt, während Resli aus dem Blättli trank. Man
glaubt gar nicht, wie lieb man sich während solchem Trinken und Halten werden
kann. Resli wehrte sich zwar gegen alles Essen und Trinken, aber das Halten und
Zutragen war so schön, so appetitlich, dass er aß und trank, er wusste nicht wie.
Freilich machte er lange daran, ließ noch länger sich nötigen, brachte alles mit
der größten Mühe hinunter, aber es dünkte ihn doch, so gut hätte ihn noch nie
etwas gedünkt und er möchte Tag und Nacht so essen und trinken, wenn so ein Anne
Mareili es ihm immer zutrüge und Handreichung täte. Das war so ein traulich,
herzlich Abwarten und Hinnehmen, wie es wohl selten und darum um so süßer ist.
    Da kam die Mutter wieder und die hieß auch den Vater kommen, ein Kacheli
Kaffee zu nehmen, und da war die süße Traulichkeit wieder davongeflogen. Der
Vater war einsilbig, frug nicht einmal, wieviel Kühe sie hätten, ob auch eine
Käserei, und wieviel sie melchten; aber immer mehr blangte es Resli nach Heimat
und Mutter, immer mehr quälte ihn die Angst über die Angst, welche sie um
seinetwillen ausstehen müssten, da kein Mensch wisse, wo er geblieben, und man ja
wohl wisse, wie in solchen Stücken gelogen werde. Anne Mareili wollte ihn
trösten und sagte, bei einem so jungen Burschen sei die Angst nicht groß, die
blieben öppe manchmal aus, kein Mensch wüsste, wo sie wären, und er werde öppe
nicht besser sein als die Andern. Er sei noch keine Stunde fortgewesen, dass die
Mutter nicht gewusst hätte wo, sagte er,
