 oder etwas Ungerades bei der Eiche, und wenn der etwas Böses im Sinne
gehabt hätte, so würde er dir das Häuschen nur von weitem gezeigt haben und
nicht bis zu demselben gekommen sein, wo er doch hätte denken müssen, man
erwische ihn noch ob der Tat. Aber der Mann wird zu ihm selbst gekommen sein;
was gilts, du triffst ihn im nächsten Wirtshause.« Wer glaubt nicht gerne, was
ihm angenehm, dazu noch so natürlich ist, denn dort sollten ja die Gefährten
warten, wie es Resli selbst angeordnet. Er schaffte mit dem Karrenmannli ab und
eilte dem Sammelplatze zu.
    Dort war ein groß Gedränge noch, aber beinahe wäre es ihm bei seinem Suchen
gegangen wie Resli im Walde. Da in der Gaststube seine Gefährten nicht waren, so
stürmte er durch alle andern Stuben, aber nirgends waren sie mehr. Dagewesen
seien sie, vernahm er endlich, aber ob einer zu ihnen gekommen, der blutig
gewesen sei, das wusste niemand mit Bestimmtheit; die Einen meinten Ja, die
Andern Nein, die Dritten sagten, er solle sich streichen und sie in Ruhe lassen,
er sehe doch wohl, dass sie nicht Zeit hätten, sich lassen z'kinderlehren und
jeder Gwundernase Bericht zu geben; sie hätten wohl viel zu tun gehabt, wenn sie
sich eines jeden hätten achten wollen, der blutig gewesen, deren sehe man öppe
viel nach einer solchen Brunst. So ohne bestimmten Bericht musste er weiters; er
tröstete sich, so gut er konnte, und doch war ihm nicht wohl bei der Sache. War
ich doch nur bei ihm geblieben, was hat der verfluchte Karren abgetragen - oder
ists vielleicht gar der Teufel gewesen, der mich da weggelockt ? Es het ein fast
düecht, es sei nicht ein Mensch wie ein anderer. So musste er immer denken, bis
er heim war, und als er heimkam, durfte er fast nicht fragen, wo Resli sei,
sondern hatte gute Lust, ein Kind mit der Rundelle zum Spritzenhaus zu senden,
in aller Stille sich heimzudrücken, zu tun, als ob nichts geschehen und er gar
nicht dabeigewesen wäre. Indessen brachte er das doch nicht übers Herz, wie denn
gottlob der Mensch nicht den hundertsten Teil tut von dem, was im Herzen ihm
aufsteigt; er vernahm aber bald, dass kein Mensch Resli gesehen und dass alle von
ihm wissen wollten, was aus Resli geworden.
    Er erzählte nun und erzählte immer wunderlicher, weil er die Schuld
verdecken wollte, welche sein Gewissen ihm vorwarf und die doch eigentlich gar
keine Schuld war, sondern höchstens ein Mangel an Besonnenheit, nach einem
solchen Brande und noch dazu bei ödem Magen leicht verzeihlich. Er erzählte
immer wunderlicher, verworrener, wie es
