 sich nie wehren, ist immer im
Hinterlig, bis man die Beine ob sich kehren muss. Noch schlimmer ist es mit etwas
Kleinem. Es gruset mir allemal, wenn ich jemand so an ein kleines Heimwesen sich
hängen sehe, wo man alles, was darauf wächst, librement selber braucht; woraus
soll man den Zins geben? Die Kuhheimetli sind zum Kaufen und Empfangen weitaus
die teuersten; auf solchen gehen die Meisten zugrunde, wenn sie den Zins
innerhalb des Hages nehmen müssen. Wo ein Gewerbe dabei ist oder sonst ein
anderweitiger Verdienst, da ist es ein Anderes. Mit deinem Gelde kannst du
keines zahlen, hast höchstens für die Bsatzig; was willst du darauf an, fangen?
Nein, dafür habe noch Geduld; du kämest um deine Sache, ehe du daran dächtest.
Aber wenn ich etwa einen Platz vernehme, wo du recht Lohn machen kannst, so will
ich dir nicht davor sein. Öppe nit Stallknecht, da gibt es gerne böse Alter; dr
Gliedersucht oder dr Wysucht entrinnt öppe nit menge. Du reust mich freilich;
aber ich kann doch nicht klagen, dass du öppe grad fort gewollt hast und öppe
uverschant mit dem Lohn gewesen seist, dass du nicht öppe eingesehen, dass du mir
auch etwas zu verdanken hättest. Du bist nun bald zehn Jahre bei mir, und so
habe ich allerdings auch deine Besserung zu Nutzen gehabt. Zähl darauf: wenn mir
etwas anläuft, so will ich an dich sinnen. Du kannst selber auch nachsehen, nur
sag es mir immer öppe i dr Zyt.« So offen redeten Knecht und Meister
miteinander; sie mochten sich das Maul gönnen, und es war Keinesten Schade.
    Herbst war es. Voll Obst hingen die Bäume, voll Kühe waren die Matten, voll
Erdäpfelgräber die Äcker, voll Eichhörnchen die Birnbäume, voll Jäger die
Wälder, voll Wirte das Weltschland. Der Johannes hatte den Zug heimgebracht vom
Felde und stopfte auf der Bsetzi die Pfeife, um sie auf dem Bänkchen zu genießen
vor dem Nachtessen; seine Frau kam eben aus dem Keller, wo sie Obst auf die
Hürde hatte schütten lassen, und sagte, schwer Atem schöpfend: »Sag, Johannes,
ich weiß einmal nicht was anfangen; drunten sind schon fast alle Hürden voll
hochauf, und es hangen noch fast tausend Körbe voll; du musst sehen, dass da etwas
geht, so kann es nicht länger bleiben; wenn es schon fast nichts giltet, so ist
neuis doch immer besser, als es la zSchange gah zUnnutz. Der liebe Gott hat es
wachsen lassen, und da muss es für neuis gebraucht sein.« »Ich möchte mich
nadisch nicht versündigen, Frau,« sagte Johannes, »ich habe auch schon
